02. September 2026

Schule für alle

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Frühzeitig fördern, individuell begleiten: Die Lernwerkstatt in Wörgl setzt
auf Prävention und persönliche Unterstützung für Kinder.
Jedes Kind soll die gleichen Bildungschancen haben.

Dafür braucht es unterschiedliche Formen der Unterstützung: für Kinder mit Behinderungen ebenso wie für SchülerInnen, die sich beim Lernen schwertun oder vorübergehend mehr Begleitung brauchen. Inklusion heißt: Alle Kinder gehören dazu und bekommen die Unterstützung, die sie brauchen. Wie das gelingt, zeigen zwei Beispiele aus Wörgl.

Lernwerkstatt – Europa Mittelschule Wörgl

Unterstützen bevor Lernschwierigkeiten, Überforderung oder Konflikte den Schulalltag erschweren – das ist das Ziel der Lernwerkstatt. Sie ergänzt den Regelunterricht an der Mittelschule und bietet SchülerInnen einen Raum für konzentriertes Arbeiten, persönliche Entwicklung und gezielte Förderung. In Kleingruppen werden Lernstrategien entwickelt, die Arbeitsorganisation verbessert und individuelle Stärken gefördert. Betreut wird die Lernwerkstatt von einem multiprofessionellen Team aus Lehrpersonen und Fachkräften der Inklusiven Pädagogik.

Weniger Suspendierungen dank Unterstützung

Im Mittelpunkt stehen nicht nur schulische Leistungen. Die Lernwerkstatt unterstützt Kinder und Jugendliche dabei, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen, Belastungen frühzeitig zu erkennen und eigene Lösungswege zu entwickeln. Die Aufenthalte dauern meist nur einzelne Unterrichtsstunden, die Verbindung zur Stammklasse bleibt erhalten.
Der präventive Ansatz zeigt Wirkung: Die Zahl der Suspendierungen sank von 17 im Schuljahr 2024/2025 auf vier im Schuljahr 2025/2026. Vorbild für die Lernwerkstatt war ein Schulbesuch in Schweden im Rahmen eines Erasmus+-Projekts.

Ankerklasse – Volksschule Wörgl

Die Ankerklasse richtet sich an Kinder aus dem Autismus-Spektrum sowie an SchülerInnen, die aufgrund psychischer Belastungen vorübergehend besondere Unterstützung benötigen. Sie bietet eine ruhige, reizarme Lernumgebung, die sich an den individuellen Bedürfnissen der Kinder orientiert. Gestärkt werden soll die Selbstregulation, Konzentrationsfähigkeit und soziale Kompetenz. Individuelle Fördermaßnahmen sowie gezielte Übungen zur Wahrnehmung und Motorik unterstützen die Kinder dabei, ihren Schulalltag besser zu bewältigen.

Halt geben, Teilhabe ermöglichen

Die Aufenthalte in der Ankerklasse sind zeitlich begrenzt. Sie bieten Kindern den nötigen Halt – den „Anker“ –, um ihre Teilhabe am Unterricht und an der Klassengemeinschaft schrittweise zu stärken. Für jedes Kind wird ein Förderplan erstellt und ein maßgeschneiderter Stundenplan entwickelt.
Die Ankerklasse verfügt über zwei Räume: Einen Lernraum sowie einen Sensorik- und Bewegungsraum, wo die Kinder zur Ruhe kommen und Spannungen abbauen können. Betreut werden sie von Ankerklassen-Lehrpersonen und flexiblen Assistenzkräften, die im regelmäßigen Austausch mit den KlassenlehrerInnen und den Eltern stehen.
 

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