Informationen zur Corona-Imfpung in leichter Sprache

Tirol impft

Es gibt jetzt eine Impfung gegen Corona.
Die Impfung ist sicher und wirksam.
Sie wurde streng geprüft.


Die Impfung ist freiwillig.
Sie entscheiden selbst,
ob Sie sich impfen lassen.


Alle, die sich impfen lassen wollen,
sollen eine Impfung bekommen.
Die Impfung kostet nichts.


In Österreich gibt es
eine Gruppe von Fachleuten.
Sie kennen sich sehr gut mit der Impfung aus.
Und sie empfehlen,
welche Personen die Impfung bekommen sollen.


Sie können sich online
für die Impfung anmelden.
Das ist seit 1. Februar
auf dieser Webseite möglich:
www.tirolimpft.at


 

Wie sieht der Plan für die Impfung aus?

In Tirol gibt es einen Plan für die Impfung.
Der Plan hat 3 Phasen.
Die erste Phase hat schon begonnen.


Für manche Menschen
ist das Corona-Virus sehr gefährlich.
Diese Menschen werden zuerst geimpft.
Das soll so schnell wie möglich gehen.


Als Erstes bekommen Menschen
in Alten-Heimen die Impfung.
Und Menschen,
die mit Corona-Kranken arbeiten.
Zum Beispiel Ärztinnen und Ärzte.


Danach werden andere Menschen geimpft.
Bis Ende März 2021
sollen 50.000 Tirolerinnen und Tiroler geimpft sein.


Man muss sich zur Impfung anmelden.
Das ist seit 1. Februar 2021
online auf dieser Webseite möglich:
www.tirolimpft.at


Die Anmeldung funktioniert gleich
wie bei den Corona-Tests.
Wenn eine Person
die Anmeldung nicht selbst machen kann,
kann sie jemand anderer anmelden.


 

Erste Phase bis März 2021

Die Phase hat schon begonnen.
Es werden schon Menschen geimpft.

Diese Menschen werden
in der ersten Phase geimpft:


• Menschen, die in einem Alten-Heim
oder in einem Pflege-Heim
wohnen oder arbeiten.
Jedes Heim organisiert die Impfung selbst.
Meistens machen die Impfung Ärztinnen und Ärzte,
die das Heim schon kennen.
Bis Ende März sollen alle die erste Teil-Impfung bekommen.


• Menschen, die mit Corona-Kranken arbeiten.
Zum Beispiel Ärztinnen und Ärzte.
Jedes Krankenhaus organisiert die Impfung selbst.


• Menschen über 80 Jahre.
Jede Gemeinde organisiert die Impfungen.
Die Gemeinden haben geschaut,
wie viele Menschen über 80 Jahre
die Impfung haben möchten.
Dann sagt die Gemeinde den Menschen,
wann und wo sie geimpft werden.
Bis Ende März sollen alle die erste Teil-Impfung bekommen.


• Menschen, die eine Krankheit haben.
Mit bestimmten Krankheiten
kann das Corona-Virus sehr gefährlich sein.
Menschen mit solchen Krankheiten
können mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt sprechen.
Die Ärztin oder der Arzt organisiert die Impfung.
Bis Ende März sollen alle die erste Teil-Impfung bekommen.


• Menschen, die im Gesundheits-Bereich arbeiten.
Zum Beispiel: - Ärztinnen und Ärzte
- Pflegerinnen und Pfleger
- Sanitäterinnen und Sanitäter bei der Rettung
- Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen
Bis Ende März sollen alle die erste Teil-Impfung bekommen.

 

Zweite Phase
ab April 2021

In der zweiten Phase werden diese Personen geimpft:

• Menschen über 65 Jahre.

• Menschen mit einem Beruf,
der sehr wichtig für die
Gesellschaft ist.


• Menschen, die mit Kindern und
Jugendlichen arbeiten.

 

Dritte Phase ungefähr
ab Mai/Juni 2021

In dieser Phase können sich
alle impfen lassen,
die das möchten.

 

Warum soll ich mich impfen lassen?

So viele Menschen wie möglich
sollen die Impfung bekommen.
Wenn sich viele Menschen impfen lassen,
breitet sich das Corona-Virus
nicht mehr so schnell aus.
Weniger Menschen werden davon sehr
krank oder sterben.


Es gibt keine Impf-Pflicht.
Sie entscheiden selbst,
ob Sie sich impfen lassen.


Es bekommen alle eine Impfung,
die eine Impfung haben möchten.


Ab wann gibt es die Impf-Stoffe in Tirol?

Verschiedene Firmen machen Corona-Impf-Stoffe:

• Firma BioNTech/Pfizer
• Firma Moderna
• In Kürze: Firma AstraZeneca
• Andere Firmen
Wenn es Impf-Stoffe von anderen Firmen gibt,
bekommt Tirol sie auch.


Wie gut wirkt die Corona-Impfung?

Die Impfung wirkt sehr gut.
Wenn Sie geimpft sind,
werden Sie vom Corona-Virus nicht so krank.


Vielleicht können Sie das Corona-Virus
aber trotzdem an andere Menschen weiter geben.
Das überprüfen Forscherinnen und Forscher gerade.


Ist die Corona-Impfung sicher?

Bevor ein Impf-Stoff erlaubt wird,
wird er sehr streng geprüft.
Das ist auch bei Corona-Impf-Stoffen so.


Es gibt strenge Regeln für die Prüfung.
Erst danach wird die Impfung
an Menschen ausprobiert.
Es wird geschaut:
Schützt die Impfung die Menschen?
Schadet die Impfung den Menschen nicht
oder fast nicht?
Nur dann wird die Impfung erlaubt.


 

Ich habe eine Frage zur Corona-Impfung.
Wen kann ich fragen?

Wollen Sie wissen,
ob die Impfung sicher ist
oder wie die Impfung wirkt?
Haben Sie andere Fragen?


Rufen Sie die Informations-Nummer
für ganz Österreich an:
0800 555 621
Sie können immer anrufen.
Von Montag bis Sonntag,
von 0:00 Uhr bis 24:00 Uhr.


Oder rufen Sie die Informations-Nummer
für Tirol an:
0800 80 80 30
Sie können von Montag bis Sonntag,
von 8:00 Uhr bis 22:00 Uhr anrufen.


Oder schauen Sie auf die Webseite des Sozial-Ministeriums:
www.sozialministerium.at

Dieser Beitrag ist in leicht verständlicher Sprache geschrieben.

Gabriele Fischer ist in Tirol die Sozial-Landesrätin. Sie ist für die Anliegen von Menschen mit Behinderungen zuständig.

Gabriele Fischer sagt:
„Wenn wir Entscheidungen treffen, die Menschen mit Behinderungen betreffen, müssen wir sie nach Ihrer Meinung fragen.“

Hier einige Beispiele:

• Tiroler Teilhabe-Gesetz:
Menschen mit Behinderungen haben in Form einer Theater-Aufführung gesagt, was ihre Anliegen und Bedürfnisse sind. Das Tiroler Teilhabe-Gesetz berücksichtigt diese Vorschläge.

• Tiroler Monitoring-Ausschuss:
Monitoring bedeutet „überwachen“. Ein Ausschuss ist eine Gruppe von Menschen, die sich mit einem bestimmten Thema gut auskennen. Der Tiroler Monitoring-Ausschuss überwacht, ob die Rechte von Menschen mit Behinderungen eingehalten werden.

• Vertretung der Nutzerinnen und Nutzer:
Viele Menschen mit Behinderungen bekommen Leistungen der Behinderten-Hilfe. Sie sind also Nutzerinnen und Nutzer dieser Leistungen. Diese Menschen haben 14 Personen gewählt, die bei Entscheidungen der Behinderten-Hilfe mitreden können.

• Veranstaltung des Landes Tirol:
„Hinschauen, handeln und Schutz bieten! Gewalt an Menschen mit Behinderungen. Wie kann man Gewalt an Menschen mit Behinderungen verhindern?“ Diese Veranstaltung ist im Internet gemacht worden. Bei der ganzen Veranstaltung haben Menschen mit Behinderungen und interessierte Menschen mitmachen können. Die Veranstaltung war barrierefrei.

Tiroler Aktions-Plan:
Im Tiroler Aktions-Plan wird stehen: Was muss Tirol in den nächsten Jahren für Menschen mit Behinderungen tun? Alle Menschen sollen dabei mitreden können.

Wir haben zum ersten Mal eine barrierefreie Veranstaltung gemacht. Das Thema war „Gewalt an Menschen mit Behinderungen“. Sehr viele Menschen haben bei dieser Veranstaltung mitmachen und mitreden können. 

barrierefrei

Barrierefreiheit bedeutet, dass jeder Mensch überallhin gelangen kann und alles ohne Probleme nutzen kann.

In der Coronakrise sind sie in den Vordergrund gerückt: innovative Unternehmen, die im Kampf gegen Krankheiten wirksame Impfstoffe, Verfahren und Medikamente entwickeln. Auch in Tirol sind zahlreiche Unternehmen aus den Bereichen Medizintechnik, Pharma, Biotechnologie und Chemie („Life Sciences“) aktiv.

„Das Land Tirol setzt viele Initiativen zur Förderung, Beratung und Vernetzung der heimischen Wirtschaft und Forschung, um gezielt Innovationen anzustoßen“, betont Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf. Tirol verfüge über ausgezeichnete Rahmenbedingungen, damit neue Forschungsergebnisse vom Labor ihren Weg in die Wirtschaft und schließlich zu den PatientInnen finden.

SiNSOMA: Testverfahren für Corona-Nachweis

Ein aktuelles Beispiel ist das Tiroler Startup SiNSOMA, das als Spin-Off der Uni Innsbruck bereits im März 2020 ein Testverfahren zum Nachweis von SARSCoV- 2 entwickelt hat. Zuletzt wurden zwei neue Verfahren präsentiert, die Varianten des Coronavirus schneller und effizienter identifizieren als bisher. Seitens des Landes wurde SiNSOMA etwa über die Innovationsförderung finanziell unterstützt und begleitet. Im Jahr 2020 gewann das Startup den Euregio Innovationspreis.

Innovative Tiroler Krebstherapie

Ein zweites Beispiel ist das Biotech- Unternehmen ViraTherapeutics, das in Rum an der Weiterentwicklung einer Technologie zur Krebsbehandlung forscht. Die Therapie setzt auf den Einsatz onkolytischer Viren, die Krebszellen zerstören können, ohne gesunde Zellen anzugreifen. Auch das Immunsystem der PatientInnen wird dabei aktiviert, um bei der Bekämpfung der Krebszellen mitzuhelfen. Die landeseigene Standortagentur Tirol hat die Firma beraten und begleitet sowie bei der Auswahl eines neuen Standortes und den Behördenkontakten unterstützt. ViraTherapeutics erhielt schon für die Unternehmensgründung im Jahr 2013 eine finanzielle Starthilfe vom Land sowie zuletzt eine Unterstützung im Rahmen eines geförderten Forschungsprojekts.

K-Regio und „Health Hub Tirol“

Im Rahmen des Programms Regionale Kompetenzzentren (K-Regio) stellt das Land aktuell 4,6 Millionen Euro für neue Forschungsprojekte aus Wirtschaft und Wissenschaft bereit. „Derzeit ist zudem ein eigener ‚Health Hub Tirol‘ als Zentrum für Innovationen im medizinischen Bereich in Ausarbeitung. Wir haben bereits jetzt tolle Medizinunternehmen. Es ist durchaus denkbar, dass eine Firma wie Biontech auch in Tirol gegründet wird“, so LRin Zoller-Frischauf. Die erfolgreiche Entwicklung der „Life Sciences“ zeige sich auch bei den Exportzahlen: Trotz der Krise konnte die Ausfuhr im Pharmabereich im ersten Halbjahr 2020 um ein Drittel (auf 1,5 Milliarden Euro) und jene der chemischen Industrie um ein Viertel (auf 42 Millionen Euro) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesteigert werden. 2019 wurden aus Tirol zuletzt Waren im Wert von 13,2 Milliarden Euro exportiert – knapp ein Viertel davon fällt auf den Pharmabereich zurück.  


Der „Life Science“-Sektor in Tirol
• Tirol = Hotspot des österreichischen „Life Science“-Sektors (Medizintechnik, Pharma, Biotechnologie, Chemie)
• 11.000 Beschäftigte in Wirtschaft & Wissenschaft
• Branchenumsatz: 2,25 Mrd. Euro
• Zahlreiche Initiativen von Bund, Land, Hochschulen und Industrie


Wie geht es den Menschen, die jeden Tag die Telefone der Landeshotline abheben, die die Menschen in Tirol seit Februar durch die Corona-Zeit begleitet? Susanne Gröbner, Inhaberin des für diese Hotline vom Land Tirol beauftragten CallCenter West, beschreibt die Praxis der Gespräche mit den TirolerInnen während der belastenden Pandemie-Zeit.

Frau Gröbner, welche Themen kommen am häufigsten zur Sprache?

Es lässt sich wirklich von Anfang an immer wieder beobachten: Die Themen, die gerade politisch aktuell sind, haben wir 1:1 in der Landeshotline. Momentan (Anm. der Redaktion: Mitte November) sind es die hohen Infektionszahlen, die erneuten Verschärfungen und konkrete Verhaltensregeln für die Kontaktpersonen der verschiedenen Kategorien wie enge Kontaktpersonen K1 oder sogenannte K2-Personen, die keinen direkten Kontakt mit infizierten Personen hatten.

Wie viele Anrufe gingen seit Bestehen der Landeshotline ein?

Mein Team besteht gemeinsam mit mir aus zwölf Mitarbeiterinnen. Insgesamt haben wir bisher knapp 35.000 Anrufe beantwortet und waren über 100.000 Minuten an den Telefonen. Eine telefonische Beratung dauert im Schnitt drei Minuten. Das längste Gespräch, das ich bisher geführt habe, dauerte 31 Minuten. Wichtig ist, dass man sich Zeit für die Anruferinnen und Anrufer nimmt – egal wie lange es dauert, bis ein Anliegen geklärt bzw. bis Fragen beantwortet sind.

Das Coronavirus sorgt für Emotionen. Bekommen Sie und Ihr Team die auch zu spüren?

Aber ja, wir bekommen an den Telefonen die ganze Bandbreite an Emotionen der Anruferinnen und Anrufer mit. Von Ängsten vor einer möglichen Ansteckung über viel Unsicherheit angesichts der immer wieder neuen Maßnahmen bis hin zur Wut wegen uneinsichtiger Mitmenschen. Mittlerweile gibt es auch sehr oft Frust aufgrund der gesamten Situation oder nicht verstandener Maßnahmen. Gleichzeitig erfahren wir auch ganz viel Dankbarkeit und Erleichterung, wenn wir handfest informieren und so etwas Druck herausnehmen können.

Wie gehen Sie als Team damit um?

Nach Stunden an der Hotline, wo man viel zuhört und dabei die verschiedensten Geschichten und Gemütslagen mitbekommt, brummt der Kopf. Aber wir sind ein tolles Team von zwölf starken Frauen und motivieren uns immer wieder gegenseitig. Wir bauen uns auf, wenn es einmal schwierig wird oder beraten uns gemeinsam bei kniffligen Fragen – dieses aktive, konstruktive Miteinander, das ist wahrscheinlich unsere Kraftquelle.

Sie sind ein reines Frauenteam, warum wirkt kein Mann mit?

Das müssen Sie die Männer fragen. Es bewirbt sich keiner. Offensichtlich scheint das Telefonieren für viele Männer immer noch eine Frauensache zu sein.

Wie haben Sie die inhaltliche Kompetenz zu diesem Thema erworben?

Wir werden laufend vom Land Tirol mit den aktuellen Informationen versorgt. Daneben informieren wir uns aber auch selbst: Über so viel Engagement und Wissensdurst in meinem Team staune ich immer wieder! Und wir besprechen uns ständig untereinander und schulen uns gegenseitig – es gibt immer wieder etwas, was ein Teammitglied zusätzlich oder besser weiß als die anderen, das ist natürlich extrem hilfreich. Und in jenen Situationen, in denen wir nicht sofort eine Antwort parat haben, versuchen wir, die Frage mit den zuständigen Fachleuten im Land zu klären. Diese Anruferinnen und Anrufer werden dann zurückgerufen.
Sie bezeichnen sich als Team, das mit einem Lächeln in der Stimme die Fragen beantwortet. Stecken Sie mit Ihrem Lächeln die Anruferinnen und Anrufer an?
Natürlich – ein Lächeln ist einfach ansteckend! Und ein Lächeln am Telefon kann man auch hören. Wobei die aktuelle Situation natürlich nicht zum Lachen ist. Aber wir versuchen trotzdem, den Anruferinnen und Anrufern etwas Positives zu vermitteln. Uns freut es sehr, wenn unsere Gesprächspartnerinnen und -partner dann auch mitlächeln. Und manchmal lachen wir sogar gemeinsam am Telefon. So etwas tut uns allen gut.
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Susanne Gröbner mit ihrem wichtigsten „Werkzeug“ – dem Headset zum Telefonieren.

Den Filmbeitrag zum Artikel finden Sie hier:
www.youtube.com/unserlandtirol

Corona-Hotline des Landes Tirol 0800 80 80 30

• Kostenlos für die AnruferInnen
• Bis zu zwölf Mitarbeiterinnen sind täglich von 8 bis 22 Uhr im Einsatz.
• Im Schnitt gehen täglich 300 Anrufe ein, an Spitzentagen bis zu 430.
• Die drei derzeit (Stand 10. November) am häufigsten nachgefragten Themen sind die aktuellen Verhaltensregeln, der Grenzübertritt mit den damit verbundenen Auflagen sowie die jeweils aktuell verordneten Maßnahmen der Bundesregierung.
 

 

Plötzlich geht nichts mehr. Das Denken, Fühlen und Handeln ist beeinträchtigt, die Welt entgleitet. Man weiß weder ein noch aus. Ängste, Zweifel, Depressionen bestimmen das Leben. Hinzu kommt die Verzweiflung, weil man nicht weiß, an wen man sich wenden soll. Inmitten der Coronakrise scheint es oftmals noch schwieriger, Hilfe zu bekommen, um aus der scheinbar ausweglosen Situation herauszukommen. Rasche und auf Wunsch anonyme Hilfe bietet der Psychosoziale Krisendienst. An sieben Tagen die Woche.


Die Corona-Pandemie ist eine Gesundheitskrise – auch, was die seelische Gesundheit betrifft. Die damit einhergehenden einschneidenden Veränderungen des Alltags, verbunden mit Existenzängsten, Sorgen und Unsicherheiten setzen auch Menschen zu, die psychisch stabil sind. „Es gibt bereits den Begriff der psychosozialen Pandemie, weil viele Menschen von dieser Coronakrise betroffen sind – von den Auswirkungen des Lockdowns, von Schulschließungen, Arbeitsplatzverlust oder Kurzarbeit. Die Menschen fürchten sich einerseits vor der Erkrankung, gleichzeitig leiden viele unter den psychosozialen Folgeerscheinungen, mit denen in den nächsten Monaten – wenn nicht sogar Jahren – auch vermehrt zu rechnen ist“, betont Christian Haring vom Verein Suchthilfe Tirol, der gemeinsam mit dem Verein Psychosozialer Pflegedienst Tirol (PSP Tirol) das Angebot des Psychosozialen Krisendiensts aufgebaut hat.

Leicht erreichbares Angebot bei seelischen Belastungssituationen oder Krisen

„Der Psychosoziale Krisendienst ist eine neu eingerichtete Struktur, getragen vom Land Tirol und finanzieller Beteiligung aller Sozialversicherungen. Es handelt sich dabei um ein leicht erreichbares Angebot für Menschen in seelischen Belastungssituationen oder Krisen“, berichtet Haring. Der Psychosoziale Krisendienst besteht aus zwei Bausteinen: Der Bedarf einer telefonischen Anlaufstelle für die professionelle seelische Unterstützung von Menschen zeigte sich bereits während des ersten Lockdowns. Sehr rasch wurde daher aus gegebenem Anlass die Corona-Sorgen-Hotline initiiert, um Personen, die Hilfe benötigten, zu unterstützen. Für den Psychosozialen Krisendienst am Wochenende gab es hingegen bereits lange Vorarbeiten und Abstimmungen. Den aktuellen Erfordernissen entsprechend wurden diese beiden Systeme zusammengeführt. „Die Betroffenen erhalten unter der Nummer 0800 400 120 von Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr Unterstützung und Hilfe und werden, wenn nötig, an die für sie passenden Versorgungsstrukturen verwiesen. Am Wochenende von Freitag bis Montag ist das Angebot des Psychosozialen Krisendienstes ebenfalls verfügbar und zudem um die Möglichkeit erweitert, Klientinnen und Klienten zu Hause zu betreuen. Wir stehen bereit, um gemeinsam mit den Hilfesuchenden einen Weg aus der jeweiligen Krise zu finden und in weiterer Folge die richtige Betreuung und Versorgung für die betroffene Person sicherzustellen“, erläutert Haring.

Erreichbarkeit Psychosozialer Krisendienst

Nummer: 0800 400 120
MO bis DO: 8 bis 20 Uhr
Freitag: 8 bis 16.30 Uhr
SA bis SO: rund um die Uhr (ab Freitag 16.30 bis Montag 8 Uhr)
Feiertage: rund um die Uhr 

Land Tirol / ChristianHaring / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
„Es gibt bereits den Begriff der psychosozialen Pandemie, weil viele Menschen von dieser Coronakrise betroffen sind – von den Auswirkungen des Lockdowns, von Schulschließungen, Arbeitsplatzverlust oder Kurzarbeit. Der Psychosoziale Krisendienst ist ein leicht erreichbares Angebot für Menschen in seelischen Belastungssituationen oder Krisen.“
Christian Haring, Verein Suchthilfe Tirol und Projektleiter des Psychosozialen Krisendienstes

Land Tirol / IsabelCovi2 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

„Das Telefon ist sehr hilfreich“

Interview mit Isabel Covi, Psychotherapeutin und Mitarbeiterin beim Psychosozialen Krisendienst

Frau Covi, welche Probleme und Nöte haben die Anruferinnen und Anrufer des Psychosozialen Krisendienstes?
Die Menschen wenden sich zumeist in Krisensituationen an uns – das können zum Beispiel familiäre oder Beziehungskonflikte, Verlusterlebnisse oder Lebensveränderungskrisen sein. Was inzwischen sehr häufig vorkommt, sind Belastungen aufgrund der Coronakrise.
Wie laufen diese Telefonate ab?
Im Grunde geht es darum, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und sich anzuhören, was die betroffenen Menschen erzählen. Es geht darum, einen Überblick über ihre aktuelle Problemlage zu bekommen und in weiterer Folge Problemlösungsschritte zu besprechen. Das kann sehr entlastend sein.
Gibt es Anruferinnen und Anrufer, die zum ersten Mal aufgrund einer psychischen Belastungssituation Hilfe suchen?
Für Personen, die noch nie psychosoziale Unterstützung in Anspruch genommen haben, ist das Telefon als Kommunikationsmöglichkeit sehr hilfreich: Die Menschen tun sich oft leichter anzurufen als persönlich zu einer Anlaufstelle zu gehen. Sie können anonym bleiben, sie können zu jeder Tageszeit zum Hörer greifen – das nimmt ein bisschen die Hemmschwelle und ermöglicht es, einfach und ehrlich über die eigenen Probleme zu reden.
Welche Gespräche mit Ratsuchenden erleben Sie in Ihrer Tätigkeit sehr oft?
Ein anonymisiertes Beispiel aus der Praxis ist etwa der Anruf einer jungen alleinerziehenden zweifachen Mutter vor einigen Tagen. Sie war sehr belastet durch die kürzlich erfolgte Trennung von ihrem Partner. Erschwerend kamen die existentiellen Ängste aufgrund der Coronapandemie hinzu. Sie hatte Sorge, dass Kindergarten und Schule geschlossen werden und sie ihrer Arbeit nicht mehr nachkommen kann.
Haben Sie einen Appell an Menschen in seelischen Notlagen?
Ich würde jeder und jedem raten anzurufen, weil man in einem Gespräch besser nach Lösungen suchen und sie auch finden kann. Jeder Mensch kann im Laufe seines Lebens in eine psychosoziale Krise geraten. Aber Krisen können auch eine Chance und einen Wendepunkt im Leben darstellen.

Den Filmbeitrag zum Artikel finden Sie hier:
www.youtube.com/unserlandtirol 
 

Die Corona-Pandemie stellt nicht nur das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen. Auch ArbeitnehmerInnen sind mit den damit verbundenen Folgen konfrontiert. Zu den besonderen Unterstützungsmaßnahmen des Landes Tirol zählen der COVID-19-ArbeitnehmerInnenfonds, die offene Arbeitsstiftung, die Fachkräfteförderung, das gemeindenahe Beschäftigungsprogramm und die „Tiroler Bildungskarenz plus“.

COVID-19-ArbeitnehmerInnenfonds
ArbeitnehmerInnen und ihre Familien, die aufgrund von Einkommensverlusten besonders von der Coronakrise betroffen sind, werden durch das Land Tirol und die Arbeiterkammer Tirol mit insgesamt zwölf Millionen Euro unterstützt. Anträge können bis 31. Dezember 2020 eingebracht werden: www.tirol.gv.at/covid-arbeitnehmerfonds Amt der Tiroler Landesregierung COVID-ArbeitnehmerInnenfonds Eduard-Wallnofer-Platz 3 6020 Innsbruck Tel: 0512/508-2005 covid.arbeitnehmerfonds@tirol.gv.at


Offene Arbeitsstiftung
Die Stiftung unterstützt arbeitslose Personen dabei, eine am Arbeitsmarkt verstärkt gefragte Qualifizierung zu erwerben und einen Arbeitsplatz zu finden. Nähere Infos

Fachkräfteförderung
Finanzielle Anreize für Personen, die eine Ausbildung in einem Mangelberuf der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) oder in einem Gesundheits-, Pflege- und Sozialberuf absolvieren sowie Personen mit maximal Pflichtschulabschluss, die zur außerordentlichen Lehrabschlussprüfung antreten. Infos beim Arbeitsmarktservice Tirol unter Informationen zur Fachkräfteförderung des Landes:
www.tirol.gv.at/fachkraeftefoerderung


Gemeindenahes Beschäftigungsprogramm
Gemeinden oder kommunale Unternehmen sowie Wohlfahrtsverbände können bei Beschäftigung älterer, langzeitarbeitsloser Personen oder WiedereinsteigerInnen einen Ersatz der anfallenden Lohn- und Lohnnebenkosten beantragen. Dienstgeber- Anträge beim AMS sowie online beim Land Tirol www.tirol.gv.at/fachkraeftefoerderung

Tiroler Bildungskarenz plus
Ein von der Coronakrise betroffenes Unternehmen, das die Ausbildungskosten für MitarbeiterInnen bezahlt, die während der Bildungskarenz oder der Bildungsteilzeit des Arbeitsmarktservice eine Ausbildung absolvieren, erhält Kurskosten bis zu 50 Prozent refundiert.
Infos unter www.ams.at.
Kontakt für UnternehmerInnen, die eine Kurskostenförderung beantragen möchten: www.tirol.gv.at/arbeit-wirtschaft
 

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