zurück zur Übersicht
12. Dezember 2019

Drehscheibe für die Gesundheitszukunft in Tirol

Beitrag teilen
Das Landesinstitut für Integrierte Versorgung (LIV Tirol) liefert innovative Lösungen zur Verbesserung der Versorgung von chronisch kranken PatientInnen in Tirol und Antworten auf die teilweise notwendige Neuorganisation des Gesundheitswesens.

Tirol hat eine erstklassige Gesundheitsversorgung mit hochqualifizierten MitarbeiterInnen. Erfreulich ist der kontinuierliche Anstieg der Lebenserwartung. Damit einher geht jedoch auch ein deutlicher Anstieg von chronisch kranken PatientInnen. Deshalb haben sich das Land Tirol, der Bund und die Sozialversicherungsträger verpflichtet, die neuen Herausforderungen im Gesundheitsbereich anzunehmen.
„Altern in Würde ist ein Gebot der Menschlichkeit. Um älteren Menschen mit schweren Erkrankungen eine qualitativ hochwertige Betreuung zu garantieren, müssen wir die Gesundheitsversorgung stetig weiterentwickeln und verbessern. Dafür liefert das Landesinstitut für Integrierte Versorgung Tirol einen wertvollen Beitrag“, so LH Günther Platter und Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg.
Die Stärke der medizinischen Versorgung in Österreich beruht unter anderem auf einer effizienten Akutversorgung. So kann sehr zeitnah bei plötzlich auftretenden Erkrankungen sowohl im Krankenhaus als auch im niedergelassenen Bereich geholfen werden. Zusätzlich zur Akutbehandlung benötigen die Patient- Innen oft auch eine gut organisierte und strukturierte Nach- oder Dauerbehandlung. Das LIV Tirol unterstützt die Finanziers des Tiroler Gesundheitswesens, solch strukturierte Versorgungsprogramme (Disease Management Programme) zu realisieren.

Hilfe in schwierigen Lebenssituationen

Neben einer speziell auf die PatientInnen abgestimmten Betreuung durch Expert- Innen verschiedener Berufsgruppen geht es auch darum, diesen Menschen in schwierigen Lebenssituationen Hilfe und Sicherheit zu geben. So arbeiten beispielsweise seit dem Jahr 2019 flächendeckend in ganz Tirol Mobile Palliativteams. Diese neuen Teams werden vom Land Tirol und den Tiroler Sozialversicherungsträgern finanziert. Sie unterstützen die bestehenden Versorger wie Krankenhaus, ÄrztInnen und Gesundheitssprengel.
Dadurch sollen unvorhergesehene Ereignisse verringert und eine Versorgung zu Hause ermöglicht werden. „In einem neuen Projekt widmen wir uns den pflegenden Angehörigen von Palliativpatientinnen und -patienten. Deren Bedürfnisse sollen vermehrt berücksichtigt und maßgeschneiderte Unterstützungen angeboten werden“, erklärt LR Bernhard Tilg.

Moderne Lösungen

„Digitalisierung in der Medizin ist am LIV Tirol kein Schlagwort, sondern bereits gelebte Realität“, betont LIV-Vorstand Clemens Rissbacher. „Der Schwerpunkt liegt hier im Aufbau und in der Nutzung von Informationstechnologien, die als Brücke und Kommunikationsplattform dienen.“ Nach einem Krankenhausaufenthalt infolge von Herzinsuffizienz werden die PatientInnen über modernste Telemedizin von ÄrztInnen, Pflege und TrainingstherapeutInnen weiter betreut.
Durch die regelmäßige Übertragung der Gesundheitsdaten erhalten die Patientin und der Patient Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung. Die Therapie kann auch nach dem Krankenhausaufenthalt weiter optimiert werden. Erste Ergebnisse sind vielversprechend. Müssen entsprechend der Literatur bis zu 50 Prozent aller PatientInnen nach einer Herzinsuffizienz nach sechs Monaten wieder im Krankenhaus aufgenommen werden, sind es in diesem Programm nur mehr 25 Prozent. Zusätzlich sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, innerhalb eines Jahres zu versterben, drastisch.
„Im Zuge eines Pilotprojektes im Rahmen des Programms HerzMobil Tirol erarbeiten wir derzeit mit der österreichischen Pensionsversicherungsanstalt, wie man Tele-Rehabilitation basierend auf moderner Technologie sinnvoll etablieren kann. Aber auch international wird auf das Know-How aus Tirol gesetzt“, so Rissbacher: „In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit renommierten Partnern wie der Charité-Universitätsmedizin Berlin, dem Fraunhofer-Institut und dem AIT Austrian Institute of Technology erforschen wir, wie man mittels künstlicher Intelligenz die Betreuung von Patientinnen und Patienten in Disease Management Programmen nachhaltig verbessern könnte.“

Ausgewählte Tätigkeitsfelder des LIV Tirol

HerzMobil Tirol: HerzMobil Tirol ist ein telemedizinisch unterstütztes Versorgungsprogramm für PatientInnen mit Herzschwäche.

Ambulante Schlaganfallversorgung: Die ambulante Schlaganfallversorgung ist ein Rehabilitationsprogramm für Menschen nach einem akuten Schlaganfallereignis, das wohnortnah und meist in den eigenen vier Wänden durchgeführt wird.

Koordination Hospiz- und Palliativversorgung: Die Hospiz- und Palliativversorgung Tirol bietet Versorgungsmaßnahmen für PatientInnen mit einer fortschreitenden, unheilbaren Erkrankung und somit begrenzter Lebenserwartung.

Koordinationsstelle Demenz: Ziele der Koordinationsstelle sind Information über Leistungsangebote (www.demenz-tirol.at), interne Vernetzung aller Partner, Kompetenzstärkung von MitarbeiterInnen in der Versorgung von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen, die gesellschaftliche Sensibilisierung zum Thema sowie Unterstützung bei der Erarbeitung zukünftiger Versorgungskonzepte.

Care Management: Care Management Tirol ist ein Programm des Landes zum Aufbau eines Versorgungsnetzwerkes für Pflege und Betreuung in allen Tiroler Bezirken.

Österreichisches Geburtenregister: Das Hauptziel des Geburtenregisters Österreich ist es, einen Beitrag zur Senkung der perinatalen Sterblichkeit und Morbidität zu leisten.

Tumorregister: Das Tumorregister Tirol hat die Aufgabe, alle Krebsfälle in der Tiroler Bevölkerung zu dokumentieren, Überlebenszeiten und -raten zu berechnen, in Berichten Daten über neu auftretende Erkrankungen und Sterblichkeit vorzulegen sowie Studien und Analysen auf dem Gebiet der Onkologie durchzuführen.

Qualitätsmanagement: Durch die strukturierte Erfassung und Analyse der Gesundheitsdaten leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Qualitätsmanagement im Tiroler Gesundheitswesen.

Analytik: Gemeinsam wird derzeit mit nationalen und internationalen Forschungspartnern im Projekt Telemed5000 moderne Digitalisierung und künstliche Intelligenz erforscht. Hier geht es darum, die Lebensqualität von PatientInnen mit Herzinsuffizienz zu steigern.

Kontakt:
Landesinstitut für Integrierte
Versorgung (LIV) Tirol
Anichstraße 35, 6020 Innsbruck
Tel.: +43 (0)50 504-75714
Mail: liv@tirol-kliniken.at
Website: www.liv.tirol 

Letzte Ausgaben