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18. März 2020

Wie erkläre ich das Coronavirus meinen Kindern?

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Das Coronavirus bestimmt derzeit viele Gespräche – so auch in der Familie.

Es verunsichert und schürt Ängste – vor allem auch bei Kindern. Für Eltern stellt sich die Frage, wie den Kindern die Angst genommen werden kann, sie aber gleichzeitig dazu angehalten werden können, die wichtigen Verhaltensmaßnahmen und Hygieneregeln einzuhalten. Christian Hiltpolt, Leiter der Erziehungsberatung des Landes Tirol, gibt Antworten.

Wie erleben Kinder die momentane Lage?
Kinder erleben die Situation unterschiedlich. Es gibt Kinder, die Angst haben und verunsichert sind und andere, die sind erst einmal „happy“, dass die Schule für einige Zeit geschlossen ist. Tatsache ist: Viele Erwachsene sind verunsichert und das bekommen die Kinder natürlich mit. Kinder lassen sich emotional nicht täuschen. Deshalb ist es wichtig, mit den Kindern – altersgemäß – darüber zu reden.
Wie sollte man sich als Eltern richtig verhalten?
Eltern sollen emotional präsent sein und den Kindern Stabilität vermitteln. Wir dürfen die Erwachsenensorgen nicht auf die Kinder übertragen. Erschreckte Eltern können ihre Kinder verunsichern. Man kann ihnen vermitteln: Wir haben so etwas noch nicht erlebt, werden aber einen Weg finden, damit umzugehen.
Wie erkläre ich Kindern das Coronavirus, seine Folgen und die richtigen Verhaltensmaßnahmen?
 Wichtig ist, die Kinder nicht mit Informationen zu überfordern und das Thema altersadäquat zu erklären. Wie erkläre ich das Coronavirus meinen Kindern? Gleichzeitig muss ihnen vermittelt werden, dass es wichtig ist, sich aber an die Verhaltensregeln und Hygienemaßnahmen zu halten bzw. Rücksicht zu nehmen. Damit nicht noch mehr Menschen krank werden, werden nun die Schulen geschlossen.
Soll man das Thema ansprechen oder warten, bis die Kinder Fragen haben?
Die Kinder haben ohnehin schon mitbekommen, dass die Situation anders ist als üblich: Da werden mehr Lebensmittel eingekauft, die Schulen schließen, Veranstaltungen werden abgesagt, Besuche bei den Großeltern verschoben. Man kann offen darüber sprechen oder auch direkt fragen, ob es da etwas gibt, was das Kind über das Coronavirus wissen will.
Muss man Kindern die Gefährlichkeit vor Augen führen – auch in Hinblick auf die Gefahr für ältere Menschen, sprich die Großeltern?
Kinder sollen wissen, dass es vor allem für ältere Menschen gefährlich ist. Dass die Großeltern aus diesem Grund nicht auf das Kind aufpassen können. Kinder sollten auch wissen, dass und wie man sich und auch andere schützen kann. Indem man oft die Hände wäscht und ins Taschentuch niest und hustet oder zur Not in die Armbeuge.
Soll man Kinder von Medienberichten zum Coronavirus fernhalten?
Nein, das würde mehr Ängste erzeugen. Man sollte sich mit dem, was die Kinder in den Nachrichten sehen, in der Familie auseinandersetzen und – wenn Fragen auftauchen – sie beantworten. Wenn man keine Antworten hat, kann man dies auch zugeben.

Für Erziehungsfragen
Telefonische Information und Beratung durch die Erziehungsberatung Tirol 0512 508 2972 (von Montag bis Donnerstag von 8 Uhr bis 16 Uhr, Freitag bis 12 Uhr)
 

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