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24. August 2018

Von Arbeit und Bildung über Wohnen bis hin zur Kultur

LRin Palfrader im Gespräch über ihre Ressorts Arbeit, Bildung, Wohnen und Kultur.
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LRin Palfrader im Gespräch über ihre Ressorts Arbeit, Bildung, Wohnen und Kultur.
Im Landeszeitungs-Interview gibt Landesrätin Beate Palfrader einen Ausblick auf den Arbeitsherbst. Im Vordergrund stehen die weitläufigen Themen ihrer Ressorts Bildung, Arbeit, Wohnen und Kultur.

TLZ: Welche Neuerungen kommen aktuell zum heurigen Schulstart auf uns zu?
LRin Palfrader: Das Land Tirol verbessert Jahr für Jahr die Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie – und das mit nachweisbarem Erfolg: So haben wir 2017/18 einhundert Kinderbetreuungseinrichtungen mehr als vor fünf Jahren. Diese Entwicklung werden wir auch in den kommenden Jahren vorantreiben. Derzeit führt das Land Tirol intensive Verhandlungen mit dem Bund über die Weiterführung der bisherigen sogenannten 15a Vereinbarungen. Allerdings gehen wir davon aus, dass es nicht zu einer rechtzeitigen Einigung bis zum Herbst 2018 kommen wird. Aus diesem Grund hat die Tiroler Landesregierung reagiert und ein Impulspaket für die Tiroler Kinderkrippen, Kindergärten und Horte in der Höhe von zehn Millionen Euro beschlossen. Diese fließen dann in Maßnahmen für die Sprachförderung, den Ausbau von Kinderkrippenplätzen sowie in den Gratiskindergarten.

TLZ: Wie verläuft die Umsetzung der neuen Bildungsdirektion?
LRin Palfrader: Unser neuer Bildungsdirektor heißt Paul Gappmaier. Mit ihm haben wir einen profunden Kenner des Bildungswesens für die Neuorganisation der Schulverwaltung in Tirol gewonnen. Mit 1. Jänner 2019 werden die zwei Organisationen Landesschulrat und Bildungsabteilung des Landes Tirol unter einem Dach in einem „Haus der Bildung“ vereint.
TLZ: Wechseln wir zum Thema Wohnen – ein heißes Thema in Tirol. Im Herbst soll ein neues Mietunterstützungsmodell vorgestellt werden. Wie wird das ausschauen?
LRin Palfrader: Die hohen Mieten stellen für viele Menschen in Tirol ein Problem dar. Das neue Mietunterstützungsmodell soll eine aktive Verbesserung für die Menschen sein. Dabei werden vor allem Familien besser unterstützt. Ein Beispiel dazu: Einer Familie mit kleinerem Einkommen und einem Kind sollen durch die neue Mietunterstützung rund 150 Euro mehr im Monat übrigbleiben vom Einkommen. Auch wollen wir eine deutliche Verwaltungsvereinfachung im Sinne des One-Stop-Shop- Gedankens verwirklichen. Daher wird künftig die Mindestsicherung und die Mietzinsbeihilfe über eine Stelle abgewickelt. Wir sind derzeit noch mit dem Gemeindeverband und der Stadt Innsbruck in Verhandlungen. Selbstverständlich sind auch die Sozialpartner miteingebunden. Ich bin guter Dinge, dass wir diese Reform durchbringen werden.

TLZ: Welche Bemühungen gibt es vom Land Tirol aus für den Arbeitsmarkt?
LRin Palfrader: Die Halbjahresstatistik 2018 zeigt einen Arbeitslosenrückgang in allen Tiroler Bezirken – zum Großteil sogar im zweistelligen Bereich. Die von uns getroffenen Maßnahmen zur Fotos (2): Land Tirol/Berger Beschäftigungssteigerung greifen – inzwischen haben wir ein Plus an unselbständig Beschäftigten von 2,8 Prozent. Zudem wollen wir mit der neuen Förderschiene „Weiterbildungsbonus“ die Chancen von niedrig qualifizierten Personen am Arbeitsmarkt erhöhen. Hier geht es um Menschen, die trotz einer Beschäftigung armutsgefährdet sind.

TLZ: Frau Landesrätin, in Ihre Zuständigkeit fällt auch die Kultur. Welche Bedeutung hat das Haus der Musik für Tirol, das im kommenden Oktober in Innsbruck eröffnet wird?
LRin Palfrader: Das Haus der Musik bietet Kulturschaffenden, Lehrenden und Studierenden beste Rahmenbedingungen und stellt eine große Bereicherung der kulturellen Infrastruktur in Tirol dar. Das neue Zuhause für zehn kulturelle Institutionen aus verschiedensten Bereichen bietet die einmalige Chance eines gegenseitigen Austausches, der wiederum neue Impulse für die Kultur hervorbringen kann. Zudem ist das Haus für eine multifunktionale Nutzung ausgelegt und bietet den höchsten technischen Standard für Kulturveranstaltungen.

TLZ: Ihr Arbeitspensum ist nicht nur aufgrund der Ressortfülle sehr groß. Was machen Sie, um zu entspannen?
LRin Palfrader: Für mich ist die Bewegung in der Natur das Um und Auf. Ich jogge gerne, um mich fit zu halten – und natürlich ist mir meine Familie eine große Stütze. Am allerliebsten verbringe ich allerdings Zeit mit meinen zwei kleinen Enkelkindern. Da kann ich meine Batterien am besten aufladen. TLZ: Wir danken für das Gespräch!

Autoren: Rainer Gerzabek und Elisabeth Huldschiner
 

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