07. Dezember 2022

Tiroler Teuerungsrat im Kampf gegen die Preissteigerungen

von Bettina Sax
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Am 9. November 2022 fand sich der Teuerungsrat erstmals in seiner Zusammensetzung im Rokokosaal im Innsbrucker Landhaus ein.
Die importierten Teuerungen zählen zu jenen dringlichen Themen, denen sich die neue Tiroler Landesregierung umgehend nach ihrer Angelobung Ende Oktober dieses Jahres gewidmet hat: Es wurde ein Tiroler Teuerungsrat eingerichtet, der sich durch eine breite ExpertInnen-Zusammensetzung auf umfassendes Know-how stützt und damit wesentlich dazu beitragen kann, die Tiroler Bevölkerung treffsicher und zielgerichtet zu entlasten.

Wirtschaftskreisläufe, Abhängigkeiten, Importe und Exporte, die Knappheit von bestimmten Gütern, volkswirtschaftliche Modelle etc. – all das sind teils komplexe Systeme, die ineinandergreifen und sich gegenseitig beeinflussen. Schlussendlich haben sie in Form von Preisentwicklungen jedoch Auswirkungen auf jede und jeden Einzelne/ n. Darum ist es wichtig, einen möglichst umfassenden Blick auf alle Entwicklungen zu haben, um so rasch und zielgerichtet reagieren zu können – und damit jene Menschen in Tirol zu entlasten und zu unterstützen, die es besonders hart trifft.

Was macht der Teuerungsrat?

Der Teuerungsrat behält Marktentwicklungen und deren Auswirkungen auf die Tiroler Bevölkerung sowie die heimische Industrie und Wirtschaft im Auge. Dabei setzt die Politik auf das Wissen und die Erfahrungen verschiedener InteressensvertreterInnen (siehe unten). Gemeinsam werden die aktuellen Entwicklungen analysiert und mit bestehenden und möglichen Anti-Teuerungsmaßnahmen des Landes und des Bundes abgeglichen. Im Ergebnis sollen damit künftige Entwicklungen schneller erkannt, bestehende Maßnahmen zur Entlastung der Tiroler Bevölkerung evaluiert und angepasst werden. Der Teuerungsrat tagt regelmäßig und setzt dabei auch auf Erkenntnisse aus der Wissenschaft und der Praxis.

Wer gehört dem Teuerungsrat an?

• Vorsitz LH Anton Mattle
• Mitglieder der Tiroler Landesregierung
• VertreterInnen von Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung, Landwirtschaftskammer, Österreichischer Gewerkschaftsbund, Gemeindeverband
• Netzwerk Tirol hilft
• Wirtschaftswissenschafter Professor Gottfried Tappeiner (Universität Innsbruck)

Appell des Teuerungsrats: Förderungen abholen!

Über 15.000 Haushalte in Tirol haben bis dato allein für den Heiz- und Energiekostenzuschuss des Landes einen Antrag gestellt. Das ist eine deutliche Steigerung der Anträge im Vergleich zu den Jahren zuvor. Beispielsweise waren in der Heizperiode 2019/2020 rund 9.600 Anträge auf Heizkostenzuschuss zu verzeichnen. Dennoch gibt es nach wie vor viele Geringverdiener- Innen, PensionistInnen und Menschen bis in den Mittelstand hinein, die anspruchsberechtigt wären und ihren Antrag auf Heiz- und/oder Energiekostenzuschuss noch nicht gestellt haben. Der Teuerungsrat appelliert deshalb an jene, die sich ihre bis zu 500 Euro noch nicht abgeholt haben, die Förderungen auch zu nutzen. So sind für den Energiekostenzuschuss beispielsweise alleinstehende Personen bezugsberechtigt, die weniger als 1.900 Euro netto im Monat zur Verfügung haben. Gleichzeitig werden im Jänner die Einkommensgrenzen für einige Familienförderungen erhöht – damit sind auch in diesem Bereich noch mehr Menschen bezugsberechtigt.

Jetzt Förderung abholen!

Die Tiroler Landesregierung hat bereits zahlreiche Maßnahmen gesetzt, mit
welchen die TirolerInnen finanziell entlastet werden sollen. Eine Übersicht über Förderungen finden Sie unter www.tirol.gv.at/entlastungen. Tipp: Der Heiz- und Energiekostenzuschuss kann noch bis 31. März 2023 für diese Heizperiode beantragt werden.

Kommentar LH Anton Mattle

„Die Teuerung ist eine der zentralen Herausforderungen. Die hohe Inflationsrate verteuert das Leben der Menschen, gefährdet den sozialen Frieden und fordert unsere gesamte Gesellschaft. Der überwiegende Teil der aktuellen Inflation ist importiert, vor allem über die gestiegenen Preise für Kohle, Öl und Gas, die sich nach und nach auch auf alle anderen Lebensbereiche auswirken. Kurzfristig geht es darum, die Bevölkerung, Familien und Betriebe zielgerichtet zu unterstützen. Wir müssen Armut in unserem Bundesland verhindern und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft und die Solidarität in unserer Gesellschaft stärken. Mittelfristig müssen wir aber die Ursachen bekämpfen und nicht nur Symptome behandeln. Das beginnt im eigenen Land. Es ist das Gebot der Stunde, Abhängigkeiten zu reduzieren und Wertschöpfung im Land zu halten. Als Tiroler Landesregierung lassen wir niemanden im Stich, vor allem nicht jene, die die Teuerung besonders hart trifft.“
LH Anton Mattle 
 

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