31. Mai 2021

„Tirol zurück auf die Erfolgsspur bringen“

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Seit 11. Mai gehören der Tiroler Landesregierung mit Annette Leja und Anton Mattle zwei neue Mitglieder an. Nachdem die Regierungsumbildung gut über die Bühne gegangen ist, erklärt LH Günther Platter im Interview mit der Landeszeitung, worauf es jetzt ankommt.

Herr Landeshauptmann, Ihr Regierungsteam weist seit kurzem zwei neue Gesichter auf. Annette Leja zeichnet als Landesrätin für die Bereiche Gesundheit, Pflege und Wissenschaft verantwortlich, Anton Mattle ist neuer Landesrat für Wirtschaft, Digitalisierung und Generationen. Warum haben Sie sich gerade für diese beiden Persönlichkeiten entschieden?
Landeshauptmann Günther Platter: Mir war es wichtig, die Bereiche Gesundheit und Wirtschaft, die nicht zuletzt wegen der Coronakrise zusätzlich an Relevanz gewonnen haben, mit ausgewiesenen Expertinnen und Experten zu besetzen. Mit Annette Leja übernimmt eine versierte Gesundheitsmanagerin die Agenden Gesundheit, Pflege und Wissenschaft. Sie weiß, was zu tun ist, damit die Strukturen funktionieren. Toni Mattle ist ein Politiker und Unternehmer mit Herzblut. Er wird alles daransetzen, die heimische Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen und die Digitalisierung in Tirol voranzutreiben. Durch die rasche Bestellung der beiden neuen Regierungsmitglieder wurde ein nahtloser Übergang in der Landesregierung sichergestellt. Jetzt heißt es, weiterzuarbeiten und Tirol aus der Krise zu führen.
Sie haben soeben die Coronakrise angesprochen, die Tirol besonders getroffen hat. Wie optimistisch sind Sie, dass unser Land diese Krise gut übersteht?
Landeshauptmann Günther Platter: Die Coronakrise hat so manche Schwächen sichtbar gemacht. Die Coronakrise hat uns aber auch gezeigt, wo wir stark sind. Wir sind ein attraktiver Wirtschaftsstandort und eine Top-Tourismusdestination. Tirol weist eine hohe Lebensqualität auf. Vor der Krise waren es auch gute Beschäftigungszahlen und die niedrigste Arbeitslosigkeit. Diese Startvorteile sind nicht über Nacht verschwunden. Zudem gibt es viele tüchtige Menschen, die an dieses Land glauben und jeden Tag ihr Bestes geben. Um den Motor wieder voll auf Touren zu bringen, wird es viele Initiativen und gewaltige Anstrengungen brauchen. Ich bin aber zutiefst davon überzeugt: Wenn wir alle unsere Ärmel hochkrempeln und anpacken, dann wird es gelingen, Tirol zurück auf die Erfolgsspur zu führen.
Wo sehen Sie die zentralen Herausforderungen und Aufgabenstellungen für unser Land?
Landeshauptmann Günther Platter: Wir haben uns im Land gut auf die Zeit nach Corona vorbereitet und unsere Hausaufgaben gemacht. Wir haben ein Sofortmaßnahmen-Paket und zwei Konjunktur-Pakete mit einem Gesamtvolumen von über 800 Millionen Euro geschnürt. Der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft Tirols ist aber zweifelsohne eine nachhaltige Landesentwicklung. Wir müssen bei allem, was wir tun, an die langfristigen Konsequenzen denken – und zugleich die Stärken Tirols nützen. Dabei denke ich an die Bereiche Lebensraum und Regionalität, Innovation und Digitalisierung sowie Solidarität und Zusammenhalt.
Landeshauptmann Günther Platter: Zunächst muss der Schutz unseres Lebensraumes Priorität haben. Weil sich grenzenloses wirtschaftliches Wachstum in einem sensiblen Umfeld wie Tirol nicht spielt, bekennen wir uns zu regionalen Kreisläufen. Diese helfen, Abhängigkeiten zu reduzieren, wie sie sich etwa in der Coronakrise wegen der Auslagerung von Produktionsstätten für Medizinprodukte in Billiglohnländer gezeigt haben. Ich will Tirol außerdem als Innovationsdrehscheibe der Alpen und Standort für moderne Gesundheitsunternehmen, Medizintechnik, Biotechnologie, Pharmazie und Wasserstoff etablieren. Und dann ist es ganz wesentlich, dass in unserem Land nicht auf die junge Generation vergessen wird, der diese Coronakrise besonders zu schaffen gemacht hat. Ich werde alle Hebel in Bewegung setzen, damit die jungen Menschen mitgenommen werden, wenn unser Land jetzt wieder durchstartet.
Sie haben im Laufe der Pandemie schon öfter darauf verwiesen, dass Tirol nach der Krise besser dastehen wird als so manche Länder vor der Krise. Worauf bezieht sich diese Einschätzung?
Landeshauptmann Günther Platter: Das hat zum einen damit zu tun, dass wir schon immer akribisch auf unsere Finanzen geachtet haben und nun in der Lage sind, die schon erwähnten Corona- Pakete zu schnüren. Das hat aber auch ganz wesentlich mit dem unglaublichen Fleiß, der Willenskraft und dem stets nach vorne gerichteten Blick der Tirolerinnen und Tiroler zu tun. Diese Eigenschaften haben unser Land stark gemacht, auch wenn wir in der Vergangenheit immer wieder harte Rückschläge bewältigen mussten – sei es bei Naturkatastrophen oder der weltweiten Finanzkrise 2008/09. Daher glaube ich fest daran, dass es uns gelingen wird, Tirol nun gemeinsam aus der größten Krise zu führen, mit der unser Land jemals konfrontiert war. Das sind wir der nächsten Generation schuldig.

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