07. Dezember 2022

„Regieren heißt regieren. Mit klaren Ansagen und den richtigen Entscheidungen.“

von Eda Celik
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Landeshauptmannstellvertreter Georg Dornauer ist für die Bereiche Wohnen, Sport und Integration zuständig.
Tiroler Landeszeitung: Leistbares Wohnen ist eine der größten Herausforderungen in Tirol – die aktuelle Teuerungswelle verschärft diese Situation zunehmend. Herr Landeshauptmannstellvertreter, welche Maßnahmen wollen Sie in Ihrem Ressort ergreifen, um dieser nahezu unaufhaltsamen Verteuerung unseres Wohnraumes entgegenzusteuern?

LHStv Georg Dornauer: Ich bin unter anderem dafür gewählt worden, bei der Schaffung preiswerten Wohnraums zentrale Schritte für Tirol zu setzen. Die Voraussetzungen dafür sind in diesen Krisenzeiten nicht einfacher geworden. Die Teuerung trifft jene Familien, bei denen es schon bisher knapp war, besonders stark. Unsere Politik stellt genau diese Sorgen in den Mittelpunkt. Wohnen ist ein Grundrecht – daher muss Wohnraum für alle Menschen leistbar sein, nachhaltig gebaut werden und langfristig zur Verfügung stehen. Für unsere jungen Tiroler Familien bleibt die Wohnbauförderung als attraktive Möglichkeit zur Finanzierung von Eigentum und die einkommensunabhängige Sanierungsoffensive weiterhin eine starke Stütze für leistbares Wohnen. Es ist wichtig, bewährte und zuverlässige Instrumente der letzten Jahre, wie die Wohnbauförderung, fortzusetzen, aber genauso wichtig ist es, neue und innovative Projekte für modernen und bezahlbaren Wohnraum in Tirol zu forcieren. Um den vielfältigen und unterschiedlichen Wohnbedürfnissen der Tirolerinnen und Tiroler gerecht zu werden, werden wir als Land Tirol bereits im nächsten Jahr eine Studie zum tatsächlichen Wohnbedarf in allen Gemeinden durchführen. Wie nachhaltiger und innovativer Wohnbau bestmöglich umgesetzt werden kann, zeigt uns auch das Großprojekt der gemeinnützigen Wohnbaugesellschaft Neue Heimat Tirol (NHT) in Pradl-Ost in Innsbruck. Hier erfolgte zuletzt der Startschuss für 135 Wohnungen mit einer Kinderkrippe. Mit der ökologischen Bauweise sowie dem Energiekonzept, das eine große Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes vorsieht, ist dieses Projekt in Innsbruck ein Vorzeigemodell für modernen Wohnbau. Gerade jetzt brauchen wir leistbare Wohnungen dringender denn je. Die NHT als größter gemeinnütziger Bauträger in Tirol und der Landeshauptstadt ist hier ein wichtiger Partner.

Tiroler Landeszeitung: Auch das Sportwesen gehört zu Ihrem Aufgabengebiet. Tirol ist bekanntlich Sportland Nr. 1 – werden Sie als politisch zuständiger Referent diesen Titel für Tirol in den kommenden Jahren verteidigen oder gar mit neuem Leben erfüllen?
LHStv Dornauer: Selbstverständlich! Der Tiroler Sport ist bunt, lebendig und einzigartig in vielerlei Hinsicht. Daher ist es für mich ein besonderes Privileg, künftig als erster Landeshauptmannstellvertreter für das Sportwesen zuständig zu sein. Unser gemeinsames Bestreben, die soziale Teilhabe und die Vielfalt der sportlichen Möglichkeiten zu erhalten, indoor und outdoor, im Breiten- als auch im Leistungssport, steht für mich an oberster Stelle. In Tirol gibt es rund 2.500 Sportvereine. Diese Vereinskultur ist mit seinen zahlreichen Ehrenamtlichen ein unverzichtbarer Teil der Tiroler Identität. In diesem Sinne möchte ich mich ganz herzlich bei all jenen bedanken, die den Sport in unserer Gesellschaft durch ihr großes Engagement am Leben erhalten. Eure Begeisterung, eure Leistungsbereitschaft und eure nationalen und internationalen Erfolge sind ein Aushängeschild für unser Land. Als Land Tirol unterstützen wir dieses sportliche Engagement abseits von Großsportveranstaltungen mit jährlich elf Millionen Euro.

Tiroler Landeszeitung: Worauf werden Sie ein besonderes Augenmerk legen?
LHStv Dornauer: Der Schulsport sowie die Vereins- und Jugendsportförderung sind essentiell für die heimische Nachwuchsarbeit. Die Sportbegeisterung, die wir lieben und die in unserer DNA liegt, wollen wir an die nachfolgenden Generationen weitergeben. Damit tragen wir nicht nur der Bedeutung des Sports Rechnung, sondern sorgen auch für das bewegte Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen, die Förderung von Leistung und Talent und den Ausbau eines inklusiven Sportgedankens. Konkrete Maßnahmen beginnen bei der ‚täglichen Bewegungseinheit‘, die wir ab Herbst 2023 flächendeckend ausrollen werden. Darüber hinaus werden wir die Rahmenbedingungen unserer (Leistungs-)Sportschulen verbessern, sowie den Schulsportservice und die Schwimminitiative ausbauen. 
 

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