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05. August 2020

Mit der Biene im Einklang

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Das Interesse für die Imkerei – für das Züchten von Bienen – hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Dieser Trend macht sich auch in der Imkerschule Imst bemerkbar.

Die 1921 gegründete Imkerschule ist Teil der Landwirtschaftlichen Landeslehranstalt Imst (LLA) und zentrale Ausbildungsstätte der ImkerInnen in Tirol. Allein im vergangenen Jahr absolvierten 227 Interessierte den Grundlehrgang. „Was Imkerinnen oder Imker mit ihren Bienen gemeinsam haben, sind Arbeitseifer und Neugier“, weiß Josef Gstrein, Direktor der LLA Imst. „Für die Imkerei braucht es vor allem Zeit sowie die Bereitschaft, sich laufend weiterzubilden und durch praktische Tätigkeiten Erfahrungen zu sammeln.“ Die Nachfrage an Weiterbildungen für aktive ImkerInnen ist groß. Mit Fachkursen für die Königinnenzucht, Jungvolkbildung oder Nachsommerpflege ist der Bogen der Aus- und Weiterbildungsangebote an der Imkerschule weit gespannt. Auch die junge Generation kommt dabei nicht zu kurz. So haben nicht nur SchülerInnen der LLA Imst die Möglichkeit, im Rahmen ihrer Schulausbildung eine imkerliche Grundausbildung zu absolvieren, sondern auch SchülerInnen der landwirtschaftlichen Schulen in der gesamten Europaregion steht der Besuch der Lehrgänge offen.

Den Bienen auf der Spur

Über den primären Lehrbetrieb hinaus werden mit den 200 schuleigenen Völkern neue Methoden der Bienenpflege erprobt und Eliteköniginnen der Rassen „Carnica“ und der „Dunklen Tiroler Biene“ gezüchtet. Rund 70 bis 80 Prozent der Bienenvölker sind so genannte Wirtschaftsvölker – das sind Völker, die dazu in der Lage sind, entsprechende Erträge zu erwirtschaften und Honig zu produzieren. Die Imkerschule betreibt auch so genannte Wanderplätze in höher gelegenen Regionen, beispielsweise im Ötztal und Pitztal. Andere Bienenvölker wiederum sind ganzjährig in den Heimständen im Raum Imst angesiedelt. „Die Honigerträge hängen nicht unwesentlich von der Arbeit der Imkerin oder des Imkers ab. Fachliche Kenntnisse, Beobachtungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein sind gefragt, um ein ertragreiches Bienenvolk zu halten. Der Jahresablauf der Imkerschaft orientiert sich nicht am Kalender, sondern an dem Bienenvolk, dem Wetter und den Blühzeiten“, erläutert Gstrein.

Honig als Lebens- und Naturheilmittel

Um die Qualitätssicherung und -verbesserung des wichtigsten Produktes der Bienen – des Honigs – zu gewährleisten, bietet die Imkerschule seit nunmehr 25 Jahren eine Honiguntersuchung an, welche in der Imkerschaft sehr gefragt ist. Neben dem Lehrbetrieb und der Qualitätskontrolle werden an der Imkerschule Imst neue Methoden zur Völkerführung erprobt, verschiedene Strategien bei der Krankheitsbekämpfung erforscht und Beratungstätigkeiten durchgeführt. „Es ist unumstritten, dass die Honigbienen wichtige Funktionen im Naturhaushalt erfüllen und es den Imkerinnen und Imkern ermöglichen, wertvolle Lebensund Naturheilmittel zu gewinnen“, betont Gstrein. Fleißig wie in einem Bienenstock sind auch die ImkerInnen im Land. Denn eines ist klar: Der Ertrag der Bienen und deren Gesundheit hängt davon ab, ob ImkerInnen und Bienen im Einklang sind.

Wussten Sie, dass ...

… im Frühsommer bis zu 50.000 Bienen in einem Bienenvolk leben?
… die Carnica-Biene ursprünglich aus den nördlichen Balkanstaaten stammt und heute die dominierende Bienenrasse in Tirol ist?
… die „Dunkle Tiroler Biene“ die älteste angestammte Rasse in Tirol ist?
… ein Bienenvolk in Tirol rund 15 kg Honig im Jahr produziert?

Kontakt:

Imkerschule Meraner Straße 6 6460 Imst
Tel.: 05412 66 346
E-Mail: lla-imst@tsn.at
www.lla-imst.at
 

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