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19. Oktober 2020

Klimafreundlich unterwegs in der Euregio

von Clemens Rosner
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„Unser Klima können wir am besten schützen, indem wir nachhaltige Mobilitätslösungen anbieten. Um diese auch grenzüberschreitend umsetzen zu können, braucht es intensive Zusammenarbeit mit unseren Nachbarregionen“, betont Mobilitätslandesrätin LHStvin Ingrid Felipe und verweist dabei auf die Euregio- Projekte, deren Ziel es ist, die Mobilität innerhalb der Europaregion weiter zu verbessern und auszubauen.

Seit diesem Sommer gibt es ein Öffi-Ticket, das erstmalig in der Euregio – Tirol, Südtirol und dem Trentino – grenzüberschreitend gültig ist. „Ob Kitzbühel oder Meran, Gardasee oder Achensee, Trento oder Innsbruck: Das grenzenlose Mobilitätsangebot zwischen den drei Landesteilen spielt eine sehr wichtige Rolle. Mit dem Euregio2Plus-Tages-Ticket fahren Einheimische sowie Gäste innerhalb der gesamten Region mit Bus und Bahn – wohin und so oft sie wollen“, erläutert Mobilitätslandesrätin LHStvin Ingrid Felipe. Das Ticket kostet für zwei Erwachsene und bis zu drei Kindern bis 14 Jahren 39 Euro – damit können sämtliche Nahverkehrsmittel einen Kalendertag in der gesamten Europaregion genutzt werden. Dazu zählen in Tirol alle Bus-, Bahn- und Straßenbahnverbindungen des Verkehrsverbund Tirol (VVT) und der Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB), sowie alle südtirolmobil-Verbindungen mit Bus, Trambahn und teilweise auch Seilbahnen. Im Trentino sind alle städtischen und außerstädtischen Dienste der Trentino trasporti SpA, die Zugverbindung Trento - Malè, die Zugverbindung der Valsugana zwischen Trient und Primolano, die Zugverbindung der Brennerlinie zwischen Borghetto e Mezzocorona/Auer und die Seilbahn Trento-Sardagna vom Euregio2Plus-Ticket inkludiert. Nicht im Preis inkludiert sind Fernverkehrsverbindungen wie etwa Eurocity (EC), Intercity (IC) oder Railjetverbindungen.
„Mit dem Euregio2Plus-Ticket können Familien mit bis zu fünf Personen das Auto zu Hause stehen lassen und die Europaregion mit den Öffis erkunden. Damit entlasten wir unsere Straßen, Luft und Natur und leisten einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz“, ist LHStvin Felipe überzeugt.

Euregio2Plus-Ticket

Das Ticket ist in der VVT-Ticket Smartphone-App sowie in den VVT-Vorverkaufsstellen und KundInnencentern, beim Lenkpersonal in den Regiobussen und an den ÖBB-Ticketautomaten erhältlich. In Südtirol wird das Euregio-2Plus-Ticket in den Bussen, bei den Ticketautomaten und bei den Verkaufsstellen, in der Provinz Trient bei den Verkaufsstellen der Trentino trasporti GmbH und Trenitalia verkauft.

Routenauskunft mit LinkingAlps

Die Schwierigkeit für Reisende, Auskunft über grenzüberschreitende Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erhalten, stellt oft eine Barriere beim Umstieg auf nachhaltigere Verkehrsmittel dar. Aus diesem Grund vernetzt das von 2019-2022 laufende Projekt LinkingAlps die Daten bestehender Fahrgastinformationssysteme mit Partnern aus Österreich, Deutschland, Italien, Slowenien, Frankreich und der Schweiz. „In Teilen der Euregio haben wir diesen Schritt bereits 2018 umgesetzt“, berichtet LHStvin Felipe. „Mit der VVT-SmartRide-App können die Fahrgäste schon heute die Öffi -Verbindungen zu jeder beliebigen Haltestelle innerhalb Tirols und Südtirols in Echtzeit abrufen.“
 

Mobilität im Fokus

Im Rahmen der Umsetzung der EU-Strategie für den Alpenraum (EUSALP) wurden neun Handlungsfelder definiert, die von grenzüberschreitender Zusammenarbeit profitieren – eines davon ist Mobilität. Die Leitung und Koordination dieser Arbeitsgruppe liegt beim Land Tirol, stellvertretend für die Euregio. Es wird daran gearbeitet, unnötige Hürden wie uneinheitliche Mautsysteme, lückenhafte öffentliche Verkehrsverbindungen oder nicht harmonisierte Verkehrsdatenerhebungen zu beseitigen. Hierfür soll die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen politischen Ebenen, zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren und über territoriale Grenzen hinweg verstärkt werden. So wurde unter anderem eine „Alpine Wissensplattform für Mobilität und Verkehr” (EUSALP Alpine Platform of Knowledge for Mobility and Transport), eine frei zugängliche digitale Plattform zum Vergleichen von Verkehrsdaten sowie verkehrspolitischer Herausforderungen im Alpenraum, entwickelt. Zudem ruft die Arbeitsgruppe auch eigene Projekte ins Leben, um zur Förderung nachhaltiger Mobilitätslösungen beizutragen und politische Empfehlungen abzugeben, die im nächsten Schritt auch auf den zuständigen Ebenen umgesetzt werden sollen.


 

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