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09. Oktober 2019

Ingenieurin aus Leidenschaft

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Katharina Zinner ist Projektleiterin in der Abteilung Hochbau des Landes Tirol.
Egal ob Neubau, Umbau, Sanierung oder Instandhaltung – als Projektleiterin in der Abteilung Hochbau des Landes Tirol bewahrt Katharina Zinner den Überblick.

Social Media Container: https://www.youtube.com/watch?v=EjzJre3rBp8Es klopft und hämmert auf der Baustelle der Tiroler Fachberufsschule für Metalltechnik in der Mandelsbergerstraße in Innsbruck. Während eine Motorsäge aufheult, befördert der Kran eine Ladung Bewehrungsstäbe über die Helme der Bauarbeiter hinweg ins oberste Geschoss. Noch ist nicht erkennbar, was auf dem Gelände im Stadtteil Wilten entsteht, doch in wenigen Monaten werden bereits die ersten Lehrlinge durch das neue Werkstättengebäude streifen. Bis dahin herrscht aber noch Hochbetrieb auf der Baustelle.

Mitten im Geschehen ist Katharina Zinner. Sie ist Projektleiterin in der Abteilung Hochbau des Landes Tirol und zuständig für den reibungslosen Ablauf auf der Baustelle. Das Aufgabengebiet der Ingenieurin und ihrer Abteilung ist breit gefächert und betrifft Amtsgebäude, Tiroler Fachberufsschulen, verschiedene Sondergebäude aber auch die Tiroler Landesmuseen sowie landeseigene Kapellen und Kirchen. Ihre Verantwortung reicht dabei von der Instandhaltung der Gebäude über größere Sanierungen und Umbauten bis hin zum Neubau.

Schon seit ihrer Kindheit war Katharina Zinner von Bautechnik fasziniert, weshalb sie schließlich eine HTL besuchte. Nach ihrem Abschluss vor sechs Jahren ging es dann Schlag auf Schlag: Die Ingenieurin bewarb sich beim Land Tirol und bekam sofort eine Stelle. „Das war ein ziemlich kurzer, aber effektiver Weg“, lacht Zinner heute. Anfängliche Bedenken, in der männlich dominierten Branche unterzugehen, gingen prompt vorüber. „Als Frau glaubt man, sich zuerst beweisen zu müssen, aber es stellt sich sehr schnell ein respektvoller Umgang auf der Baustelle ein“, erzählt die Ingenieurin. Außerdem bestehe die Arbeit nicht nur aus Einsätzen vor Ort. Etwa 50 Prozent des Berufs finden auf der Baustelle statt, die andere Hälfte ist im Büro zu erledigen. Vom Schreibtisch aus bereitet Zinner die Veröffentlichung von Ausschreibungen vor und prüft eingehende Angebote von Baufirmen. Sie führt Vergabeverfahren durch und erteilt Firmen schließlich die Aufträge. Nach Beendigung eines Projekts prüft sie abschließend die Rechnungen.

Die damit einhergehende Verantwortung nimmt Katharina Zinner im Ausgleich für die zahlreichen positiven Erfahrungen, die sie im beruflichen Alltag macht, gerne in Kauf. „Das Coolste an meinem Beruf sind die Freude und Dankbarkeit der zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer der Gebäude, wenn ihnen nach Abschluss eines Projekts symbolisch die Schlüssel übergeben werden. Es ist ein unbezahlbarer Moment, wenn man das Strahlen in ihren Augen sieht“, schließt Zinner ab.
 

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