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18. November 2020

Gemeinsam Deutsch lernen in Landeck

Die Deutschkurse fanden zweimal wöchentlich statt, die Frauen wurden ihrem Sprachniveau entsprechend unterrichtet. Dieses Foto wurde vor der Corona-Pandemie aufgenommen.
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Die Deutschkurse fanden zweimal wöchentlich statt, die Frauen wurden ihrem Sprachniveau entsprechend unterrichtet. Dieses Foto wurde vor der Corona-Pandemie aufgenommen.
Zusammen mit der Bildungs- und Beratungseinrichtung „Frauen aus allen Ländern“ wurde im Zuge des Interreg-Projekts „Förderung der Basiskompetenzen für benachteiligte Bevölkerungsgruppen in der Terra Raetica“ trotz der coronabedingt schwierigen Umstände in den vergangenen Monaten ein umfassendes Angebot für Frauen mit und ohne Migrationshintergrund in Landeck angeboten.

Neben den Deutschkursen und den sogenannten Frauencafés trafen sich die Frauen auch zum „Freien Lernen“.
Es war ein Fixtermin, den sich viele Frauen in den Kalender eingetragen haben: Immer dienstags und donnerstags, jeweils von 10.30 Uhr bis 12.10 Uhr, fanden Deutschkurse im Pfarrsaal in Landeck statt, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Dabei legten die OrganisatorInnen großen Wert darauf, dass auch Frauen mit Kindern teilnehmen konnten und richteten daher die Kurstermine nach Schul- und Kindergartenzeiten. „In den Kursen stellte sich heraus, dass die Frauen auf durchaus unterschiedlichen Sprachniveaus waren“, berichtet Judith Salner von der Bildungsund Beratungseinrichtung „Frauen aus allen Ländern“. Durch den Einsatz von Volontärinnen und mithilfe von Fördermitteln konnten die Teilnehmerinnen ihren Sprachkenntnissen entsprechend auf drei Gruppen aufgeteilt und der Unterricht dadurch besser an die Lernbedürfnisse angepasst werden. Einmal pro Woche gab es auch die Möglichkeit, am „Freien Lernen“ ohne vorherige Anmeldung teilzunehmen.

Interkulturelles Treffen beim Frauencafé

Die Frauencafés dienten den Frauen – egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund – zum ungezwungenen Austausch. Angelehnt an die Deutschkurse, die im gleichen Rahmen durchgeführt wurden, waren die Frauencafés vor allem für geflüchtete Frauen, die noch nicht lange in Österreich leben, eine der wenigen Möglichkeiten zusammenzukommen, um neue Bekanntschaften zu schließen. Dieses ungezwungene Miteinander bot den OrganisatorInnen auch die Chance, mit den Frauen über deren Lebenssituationen, etwaige familiäre Probleme oder Themen aus dem Deutschkurs zu sprechen. Parallel dazu wurde auch eine professionelle Kinderbetreuung angeboten. „Dieses Angebot wurde von den Teilnehmerinnen gut und gerne angenommen und war für viele ausschlaggebend, um überhaupt an den Veranstaltungen teilnehmen zu können“, erläutert Gabriele Juen, Bereichsleiterin der Terra Raetica das erfolgreiche Konzept.

Zu Hause Deutsch lernen

Aufgrund des coronabedingten Lockdowns wurden die Angebote kurzerhand auf ELearning umgestellt. Die Teilnehmerinnen erhielten „Hausaufgaben“ in Form von Deutschkurspaketen. Die erfüllten Aufgaben fotografierten sie mit dem Handy und sendeten sie den KursleiterInnen retour, welche die Aufgaben für sie korrigierten. Da dadurch keine Anfahrtszeiten mehr anfielen und keine Notwendigkeit von Räumlichkeiten bestand, konnten sogar mehr Einheiten als geplant stattfinden. Jedoch fehlten bei den Onlinekursen der soziale Kontakt im Rahmen der Deutschkurse und die ruhige Lernumgebung, die durch die Kinderbetreuung gewährleistet waren. Zukünftig wollen die OrganisatorInnen das Angebot im „Brückenformat“ anbieten, das heißt kombinierte Kurse mit Präsenz- und Onlineunterricht. „Das hohe Interesse an den Deutschkursen, aber auch an den anderen Veranstaltungen zeigt, wie wichtig das Angebot für die Region ist“, stellt Judith Salner fest. Für die Zukunft sind bereits weitere Veranstaltungen geplant.
Weitere Informationen unter frauenausallenlaendern.org
 

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