01. September 2022

Fünf Fragen zur Tiroler Landtagswahl 2022

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Am 25. September 2022 ist es wieder soweit: Die TirolerInnen sind aufgerufen, zur Urne zu schreiten und ihre Stimme abzugeben. Doch was wird am Wahlsonntag genau gewählt und wer ist wahlberechtigt?

Wer wird bei der Landtagswahl gewählt?
Im Rahmen der Landtagswahl wird der Tiroler Landtag –das Parlament für Tirol – mit all seinen 36 Abgeordneten in einer unmittelbaren, freien, geheimen und persönlichen Wahl aufgrund des Verhältniswahlrechts neu gewählt: Je mehr Stimmen eine Wählergruppe – eine Partei – bei der Wahl erhält, desto mehr Abgeordnete darf sie in den Landtag entsenden. Der neu gewählte Landtag wählt in Folge wiederum die Tiroler Landesregierung – also die Landeshauptfrau/den Landeshauptmann, deren/dessen StellvertreterInnen und die LandesrätInnen (mehr dazu auf Seite 20). Zudem bestimmen die Parteien im Tiroler Landtag – je nach Stärkeverhältnis – auch die Tiroler VertreterInnen im Bundesrat.

Warum wird bereits am 25. September 2022 gewählt?
Regulär wird der Tiroler Landtag alle fünf Jahre gewählt. Nachdem sich der Landtag Ende Juni dieses Jahres durcheine Entscheidung mittels Zweidrittelmehrheit vorzeitig aufgelöst hat, findet am 25. September 2022 eine vorgezogene Landtagswahl statt. Ansonsten hätte die Wahl erst im Februar 2023 stattgefunden.

Wer darf wählen?
Bei der Landtagswahl 2022 sind alle österreichischen StaatsbürgerInnen wahlberechtigt, die …
… spätestens am Tag der Wahl das 16. Lebensjahr vollendet haben (also am Wahltag 16 Jahre oder älter sind),
… vom Wahlrecht nicht durch ein gerichtliches Urteil ausgeschlossen sind
… und die ihren Hauptwohnsitz mit Stichtag 28. Juni 2022 in Tirol haben
… oder ihren Hauptwohnsitz in den vergangenen zehn Jahren in Tirol hatten, jedoch aktuell im Ausland leben (sogenannte „AuslandstirolerInnen“). Hinweis: „AuslandstirolerInnen“ können ihr Wahlrecht nur dann ausüben, wenn sie rechtzeitig einen Antrag auf Eintragung in die Wählerevidenz für Wahlberechtigte im Auslandbei ihrer ehemaligen Heimatgemeinde (das ist die Gemeinde des letzten Hauptwohnsitzes in Tirol) gestellt haben.

Wo kann man wählen?
Von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen können Wahlberechtigte entweder…
… am Wahltag – also dem 25. September 2022 – in dem ihnen zugewiesenen Wahllokal.
… oder – wenn man am Wahltag voraussichtlich ausgesundheitlichen Gründen, wegen Ortsabwesenheit oder aus sonstigen Gründen verhindert sein sollte – im Vorfeld mittels Wahlkarte.
… oder vor einer Sonderwahlbehörde, der sogenannten „Fliegenden Wahlkommission“.

Wo kann man die Wahlergebnisse nach der Wahl einsehen?
Am Wahltag werden die Wahlergebnisse der einzelnen Gemeinden nach Einlangen laufend eingepflegt und sind unter wahlen.tirol.gv.at abrufbar. Das vorläufige Endergebnis der Landtagswahl – inklusive Wahlkarten – liegt am Wahlabend, den 25. September 2022, vor.

Wussten Sie, dass…
… aktuell sechs Parteien im Tiroler Landtagvertreten sind? 13 der Abgeordneten sind derzeit Frauen, 23 sind Männer. Als erste Frau in der Geschichte ist Sonja Ledl-Rossmann seit 2018 Präsidentin des Tiroler Landtags.
… 2022 die 18. Landtagswahl seit 1945stattfindet? Die Geschichte des Landtags in Tirol reicht jedoch bis ins Mittelalter zurück. 
… insgesamt 535.112 Personen – davon 274.921Frauen und 260.191 Männer – bei der Landtagswahl wahlberechtigt sind? Für insgesamt 3.653ErstwählerInnen – also Personen, die zwischen dem 27. Februar und 25. September 2006 geboren sind – ist es der erste Urnengang überhaupt. Für 29.545 WählerInnen ist es die erste Landtagswahl, an der sie teilnehmen dürfen. Zudem haben sich 200 „AuslandstirolerInnen“ in die Wählerevidenz für Wahlberechtigte im Ausland eintragen lassen.
… zur Beantragung und zur Einsendung der Wahlkarte Fristen zu beachten sind? 
… bereits am Wahltag die Wahlkarten mitausgezählt werden? Somit liegt schon am Abend des 25.Septembers ein vorläufiges Wahlergebnis inklusive Wahlkarten vor. Möglich ist dies durch die Änderung der Landtagswahlordnung, die 2017 in Kraft trat. Zuvor wurden Wahlkarten immer erst in den Folgetagen ausgezählt. Bei anderen Wahlen – etwa der Bundespräsidentschaftswahl – werden die Wahlkarten nach wie vor erst an den Folgetagen ausgezählt.
 

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