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18. November 2020

Dort, wo Masken auf Bäumen wachsen

von Melanie Gratl
Der Mund-Nasen-Schutz konnte im Supermarkt gegen freiwillige Spenden vom Maskenbaum „gepflückt“ werden.
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Der Mund-Nasen-Schutz konnte im Supermarkt gegen freiwillige Spenden vom Maskenbaum „gepflückt“ werden.
Mit der Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden, die im Frühjahr in Kraft trat, begann der Verein „Daheim in Telfs“ gemeinsam mit BewohnerInnen des Flüchtlingsheims Telfs Masken aus Stoff zu nähen: Zuerst für den eigenen Bedarf im Heim, später auch für die Allgemeinheit.

Für uns alle gehört er mittlerweile zum Alltag: Der Mund-Nasen-Schutz. Ob beim Lebensmitteleinkauf im Supermarkt, beim Arztbesuch oder in öffentlichen Verkehrsmitteln tragen wir ihn, um uns und unsere Mitmenschen vor einer Tröpfcheninfektion mit dem Coronavirus zu schützen. Als im Frühjahr 2020 die Maskenpflicht eingeführt wurde, beteiligten sich zahlreiche Einrichtungen und Organisationen in ganz Tirol an der Maskennäh-Aktion.
Auch der Verein „Daheim in Telfs“, der die Integration von Flüchtlingen in Telfs unterstützt, rief eine Näh-Aktion ins Leben. Über die Tiroler Sozialen Dienste (TSD) wurden Baumwollstoffe, Nähseide und Rundgummis zur Herstellung der Masken organisiert. Fleißige HelferInnen im Heim nähten, was das Zeug hielt. Nachdem die HeimbewohnerInnen mit Masken versorgt waren, wurden sie der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt.

Idee Maskenbaum

Stefan Zangerl, Initiator und Organisator des Projekts, erinnert sich: „Die Idee sah ich bei der Freiwilligen Feuerwehr Reith im Alpachtal. Dort wurden Masken genäht und auf einem baumähnlichen Ständer aufgehängt und im Supermarkt verkauft“. Dieser „Maskenbaum“ wurde nachgebaut und die Firma MPreis ermöglichte dem Verein, die Bäume in zwei Filialen in Telfs aufzustellen. Die KundInnen im Supermarkt konnten sich die Masken selbst vom Baum „pflücken“ und dafür eine freiwillige Spende abgeben. Rund 670 Masken kamen bis Ende Mai auf diese Weise in der Telfer Bevölkerung in Umlauf. Der Erlös betrug schließlich 1.200 Euro, welche dem Verein „Daheim in Telfs“ und dem Sozialsprengel Telfs zugutekamen. Damit werden in erster Linie Familien unterstützt, die aufgrund der Coronakrise mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.
Die steigenden Infektionszahlen in Tirol ließen nun auch wieder die Nachfrage nach Masken steigen. „Aufgrund begrenzter Kapazitäten bieten wir die Masken jetzt aber nur mehr im Geschäft „außer.gewöhnlich“ in der Obermarktstraße in Telfs an“, weist Stefan Zangerl auf das neuerliche Angebot hin.
 

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