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07. Juni 2019

Bestätigung für die Pflegepolitik des Landes

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Nach fünf Jahren „Strukturplan 2012-2022“ wurde vom Land eine Zwischenbilanz gezogen sowie der Pflegeplan angepasst und weiterentwickelt.

Für den zuständigen Landesrat Bernhard Tilg ist der Strukturplan richtungsweisend als Entscheidungsgrundlage wie Planungsinstrument: „Der geordnete und abgestimmte Ausbau der mobilen und stationären Pflegeangebote in allen Tiroler Bezirken konnte in enger partnerschaftlicher Kooperation mit den Gemeinden und den Gemeindeverbänden vorangetrieben werden. Mit dem nun vorliegenden Evaluierungsbericht erfolgt eine begleitende Kontrolle für die Weiterentwicklung der Pflege in Tirol. Auch werden neue innovative Projekte in die zweite Halbzeit des Pflegeplanes einfließen.“ Der Strukturplan Pflege 2012-2022 wurde von der Landesregierung nach Abstimmung mit dem Tiroler Gemeindeverband und der Stadt Innsbruck im Jahr 2012 beschlossen. Damals standen landesweit 5.651 Heimplätze, 157 Plätze in der Tagespflege und 65 Plätze in der Kurzzeit- und Übergangspflege sowie 559 Plätze im Betreuten Wohnen zur Verfügung. Die Mobilen Dienste in den Sozial- und Gesundheitssprengeln leisteten damals landesweit 770.136 Stunden.  

Mehr Mobile Pflege, mehr Pflegeplätze

Fünf Jahre später präsentiert sich die Tiroler Pflegelandschaft wie folgt: Die Mobilen Dienste verzeichnen ein Plus von 376.446 Stunden. 544 zusätzliche Heimplätze stehen ebenso zur Verfügung wie 277 zusätzliche Plätze im Betreuten Wohnen. Der Zuwachs bei der Tagespflege beträgt 116 und bei der Kurzzeitpflege 55 Plätze sowie 31 Plätze für die Übergangspflege. In der Schwerpunktpflege entstehen von 2012 bis 2017 40 neue Plätze. Für Pflegelandesrat Bernhard Tilg ist das eine ebenso erfreuliche wie bedarfsgerechte Entwicklung: „Die Tiroler Pflegepolitik setzt auf den Grundsatz ‚mobil vor stationär‘, um den Tirolerinnen und Tirolern möglichst lange ein selbständiges Leben im eigenen Zuhause zu ermöglichen. Dieses Angebot wird in großem Ausmaß in Anspruch genommen. Mit der Erhöhung auf 1,15 Millionen Leistungsstunden der Mobilen Dienste im Jahr 2017 haben wir dieser Entwicklung Rechnung tragen können. Sogar der Sollwert für 2022wurde bereits übertroffen.“ Gleichzeitig wurde das Angebot in der Tages- und Kurzzeitpflege verbessert, um die pflegenden Angehörigen zu entlasten. „Förderungen für die Tagespflege tagsüber können bis zu 200 Tage im Jahr beansprucht werden, für die Kurzzeitpflege können innerhalb eines Jahres bis zu 28 Tage in Anspruch genommen werden“, verweist LR Tilg auf die finanzielle Unterstützung des Landes Tirol. Auch für die Übergangspflege nach einem Krankenhausaufenthalt steht eine Landesförderung im Ausmaß von bis zu 90 Tagen pro Jahr mit dem Ziel zur Verfügung, die pflege- und betreuungsbedürftigen Personen wieder in ein selbständiges Leben entlassen zu können.

Neue Ausbildung und neues Gehaltsschema für Pflege

Wesentliche Weichenstellungen ermöglichte LR Bernhard Tilg durch die Neuregelung der Ausbildung und des Gehaltsschemas des Pflegepersonals in Tirol. In Tirol stehen an sieben Gesundheits- und Krankenpflegeschulen und an der Fachhochschule fhg Innsbruck mit fünf zusätzlichen Studienstandorten in den Bezirken wohnortnahe und praxisorientierte Ausbildungsplätze zur Verfügung. Für die neue Bachelorausbildung in Gesundheits- und Krankenpflege sind tirolweit bis zu 360 Studieplätze, für die PflegefachassistentInnen rund 300 Ausbildungsplätze vorgesehen. Das ergibt einen Zuwachs von 25 Prozent. Außerdem stehen für die Pflegeassistenz, die frühere Pflegehilfe, weitere 500 Ausbildungsplätze in Tirol zur Verfügung. Unter Federführung von LR Tilg ist es ebenso gelungen, ein neues, ab 2020 gültiges Gehaltsschema für die Pflegeberufe in der Langzeitpflege einzuführen: Gleiches Geld für gleiche Leistung, unabhängig davon ob die Arbeit in Spital, Sprengel oder Heim geleistet wird.

Imagekampagne zur Aufwertung des Pflegeberufs

Die derzeit rund 12.000 Pflegepersonen in Tirol sind das Herz und der Motor des Strukturplanes Pflege, der die bedarfsgerechte Versorgung pflegebedürftiger Menschen im Heim und zu Hause sicherstellt. Die von der Landesregierung auf Antrag von LR Bernhard Tilg beschlossene Imagekampagne zur Aufwertung des Pflegeberufs findet noch heuer statt. „Um den beruflichen Nachwuchs für die Pflege sicherzustellen, hebt diese Kampagne des Landes die Bedeutung der Pflege für unsere älter werdende Gesellschaft hervor. Gleichzeitig werden die mit diesem Beruf verbundenen Kompetenzen unterstrichen“, sagt Pflegelandesrat Tilg. Informiert wird über die Karrieremöglichkeiten im Pflegeberuf mit seinen Arbeitswelten und Möglichkeiten der Spezialisierung.

Palliativversorgung bereits auf Zielgeraden

„Noch heuer soll für Menschen mit unheilbaren, fortschreitenden Erkrankungen die neue Versorgungsstruktur aus Mobilen Palliativteams sowie Palliativkonsiliardiensten, die in den Krankenhäusern unterstützend tätig sind, in ganz Tirol zur Verfügung stehen“, verweist LR Tilg auf den noch in diesem Jahr erfolgenden Start der Palliativteams in den beiden Bezirken Imst und Landeck: „Dieses Versorgungsprogramm ist ein weiterer Schwerpunkt des Strukturplanes Pflege. So können wir in ganz Tirol höchste Lebensqualität bis zuletzt für schwer kranke, sterbende Menschen gewährleisten.“ LR Tilg setzt beim Strukturplan Pflege auf noch mehr integrierte Versorgung, also auf die patientenorientierte Vernetzung von Gesundheit und Pflege: Das bedeutet den Ausbau der interdisziplinären, multiprofessionellen und intersektoralen Zusammenarbeit – insbesondere bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Herzinsuffizienz. Dafür übernimmt das Landesinstitut für Integrierte Versorgung Tirol (LIV) in strategischer wie operativer Hinsicht eine zentrale Funktion. Der Strukturplan Pflege wird in allen Bereichen konsequent verwirklicht, alle Planvorgaben für die integrierte Versorgung werden zum Ende des Planungshorizontes erfüllt sein, wenn nicht sogar übertroffen“, schließt LR Tilg.
 

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