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30. Jänner 2020

Tiroler Know-how für den Klimaschutz

von Jakob Kathrein
Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf bei der Firma SynCraft in Schwaz mit GF Marcel Huber (1. von li.) und den Mitarbeitern Andreas Marksteiner (2. von li.) und Manuel Lechner (1. von re.).
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Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf bei der Firma SynCraft in Schwaz mit GF Marcel Huber (1. von li.) und den Mitarbeitern Andreas Marksteiner (2. von li.) und Manuel Lechner (1. von re.).
Die heimische Wirtschaft hat in Sachen erneuerbare und ressourcenschonende Technologien viel Kompetenz vorzuweisen – das kommt weltweit gut an.

Von Solarthermie, Photovoltaik, Biomasse und (Klein)-Wasserkraft bis hin zu Energieeffizienz und energieeffizientem Bauen – in diesen Bereichen gibt es heimische Unternehmen, die mit ihren Innovationen, Produkten und Konzepten führend sind. Dieses Know-how ist auch im Ausland gefragt und eröffnet den Tiroler Betrieben viele Chancen im Exportbereich.

Saubere Holzkraftwerke aus Tirol

Ein Beispiel für Tiroler Innovationskraft ist die Firma SynCraft aus Schwaz. Sie konzipiert hocheffiziente Holzkraftwerke, mit denen bis zu 4.000 Haushalte versorgt werden können. Die Holzkraftwerke von SynCraft arbeiten ganzjährig und vollkommen unabhängig von Jahreszeit und Wetterlage. Beim Betrieb entstehen keine Emissionen, es werden im Gegenteil sogar Emissionen in Form von Holzkohle gebunden. Nach Kraftwerksbauten in Innsbruck, Vorarlberg und Südtirol wurde im Vorjahr auch ein millionenschweres Projekt in Japan realisiert. Seit 2009 hat das Land Tirol die Entwicklung von SynCraft mit 318.000 Euro gefördert. Wirtschaftsförderung Tiroler Know-how für den Klimaschutz

Lechtaler Know-how für die Welt

Ein weiteres Beispiel führt ins Tiroler Lechtal, wo einige innovative Unternehmen beheimatet sind. So entwickelt beispielsweise die Stocker GmbH in Elbigenalb weltweit einzigartige Lösungen für Kleinwasserkraftanlagen und verkauft ihre technischen Produkte bis nach Asien und Nordamerika. Das Land Tirol hat der Firma im Rahmen des Programms „InnovationsassistentIn“ die Beschäftigung eines eigenen Mitarbeiters ermöglicht, der wissenschaftliche Feldversuche und Experimente durchführt, um die Entwicklung von neuen Produkten voranzutreiben.

Wussten Sie, dass …

... die Wirtschaftsförderung des Landes eine gezielte finanzielle Unterstützung in der Höhe von 566.000 Euro (Stand 2018) für den betrieblichen Umweltschutz beinhaltet?
… dieses Geld unter anderem in solarund stromproduzierende Anlagen, die thermische Gebäudesanierung und die Nutzung von Wärmepumpen sowie den Ausbau der betrieblichen Elektromobilität investiert wird? Die damit zusätzlich ausgelösten umweltrelevanten Investitionen der Betriebe belaufen sich auf mehr als 17 Millionen Euro.
… diese Förderungen insbesondere kleinen und mittleren Betrieben zu Gute kommen? Von den 314 geförderten Projekten stammen 306 Einreichungen von Kleinbetrieben und mittleren Unternehmen.
… durch diesen Bereich der Tiroler Wirtschaftsförderung insgesamt 3.155 Tonnen an CO2 reduziert wurden?

Wissenswert

Cluster „Erneuerbare Energien“ der Standortagentur des Landes Tirol Angesichts der weltweiten Herausforderungen aufgrund von Klimawandel, Ressourcenknappheit, Mobilität und Co werden erneuerbare Energien zukünftig immer wichtiger. Tiroler Betriebe und Forschungseinrichtungen arbeiten bereits erfolgreich an der Entwicklung neuer Technologien zur Gewinnung und zum effizienten Einsatz von Energie. Im von der Standortagentur Tirol betreuten Cluster „Erneuerbare Energien“ vernetzen sich 85 innovationsstarke Unternehmen, Institutionen und Hochschulen mit über 8.000 MitarbeiterInnen und einem Jahresumsatz von rund 3,9 Milliarden Euro.
Die Schwerpunkte dieses Clusters liegen beispielsweise auf den Bereichen Smart City, Smart Energy und Smart Building: Auf Initiative von LRin Zoller-Frischauf wurde das EU-Projekt „Sinfonia“ 2014 in Innsbruck gestartet. Mittels Gebäudesanierung und dem Aufbau intelligenter Strom- und Wärmenetze werden dabei der Energiebedarf sowie der CO2-Ausstoß gesenkt. Im Gegenzug erhöhen sich der Anteil erneuerbarer Energie und die Lebensqualität. Für das Projekt „Sinfonia“ konnten bei der EU bis zu 27,5 Millionen Euro an Förderungen eingeworben werden.
Weitere Infos unter www.standort-tirol.at/ee

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