31. Mai 2021

Tirol und die Zukunft Europas

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Anfang Mai erfolgte der Startschuss für ein großes Reformvorhaben der Europäischen Union: die Konferenz zur Zukunft Europas. Die Tiroler Landeszeitung hat sich mit der Neo-Landtagsvizepräsidentin und stellvertretenden Obfrau des Ausschusses für Föderalismus und Europäische Integration, Sophia Kircher, getroffen, um über die Konferenz und ihren Tirolbezug zu sprechen:

Was sind die Kernpunkte und Ziele der Konferenz?
Die Kernfrage ist: In welcher Europäischen Union wollen wir künftig leben? Das können nur wir, also die Bürgerinnen und Bürger, beantworten. Bis ins Frühjahr 2022 kann jeder auf der Plattform der Europäischen Kommission mitdiskutieren, Inputs geben und auch Kritik anbringen. Dieser offene Dialog soll auch direkt vor Ort stattfinden – durch öffentliche oder auch selbst organisierte Veranstaltungen. Klar ist, dass die Vorstellungen der Bürgerinnen und Bürger Ausgangspunkt jeder Reform sein müssen.



Die aktuelle Krise hat in einigen Bereichen Schwächen aufgezeigt, auch in der europäischen Zusammenarbeit – Stichwort Grenzschließungen. Kommt die geplante Neuausrichtung zu spät?

Eigentlich hätte die Konferenz bereits vor einem Jahr starten sollen. Doch dann stand die Bewältigung der Pandemie im Mittelpunkt. Das ist verständlich und war auch erforderlich. Wir haben aber im vergangenen Jahr gesehen, wohin nationale Alleingänge führen können. Die massive Einschränkung der Reisefreiheit ist jedenfalls ein mahnendes Beispiel dafür. Jede Krise ist aber auch eine Chance und diese gilt es jetzt zu nutzen. Es ist nie zu spät, nach vorne zu sehen und eine Neuausrichtung vorzunehmen.

Wo sehen Sie Chancen für Tirol? Und welche Rolle kommt dabei dem Landtag zu?
Die Konferenz ist die ideale Gelegenheit, die Menschen wieder näher an die EU, aber noch viel wichtiger: die EU näher zu den Menschen zu bringen. Einen wesentlichen Part spielen dabei die Regionen, denn hier wird die europäische Integration besonders sichtbar. Unsere Europaregion Tirol ist ein Vorzeigebeispiel – hat aber auch noch Potenzial. Auch dieses sollen wir gemeinsam gestalten. Der Tiroler Landtag wird sich auf Bundesebene einbringen, um die Interessen der Länder im Reformprozess stark zu vertreten. Darüber hinaus planen wir für die kommenden Monate eigene Aktionen rund um die EU-Zukunftskonferenz. Wie ich schon gesagt habe: Chancen sind da, um genutzt zu werden!

 

Informationen zur Konferenz

  • Die Konferenz zur Zukunft Europas ist auf ein Jahr ausgelegt
  • Jede/r EU-BürgerIn kann sich in der eigenen Landessprache beteiligen
  • Das EU-Parlament, der Rat und die Kommission haben sich verpflichtet, den Empfehlungen der BürgerInnen zu folgen
  • Alle Infos und die Beteiligungsplattform: https://futureu.europa.eu 
„Die Konferenz zur Zukunft Europas ist eine historische Chance für uns alle: Erstmals liegt es nicht primär an den Staats- und Regierungschefs, die Richtung, in die unsere Union gehen soll, vorzugeben, sondern direkt an uns, den Bürgerinnen und Bürgern. Doch dieser Beteiligungsprozess funktioniert nur dann, wenn er mit Leben, mit Gedanken und Diskussionen gefüllt wird. Dann haben wir ein starkes Mandat. Dann können wir an der EU mitbauen, die für künftige Herausforderungen gerüstet und für uns alle lebenswert ist“, betont Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann.
 

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