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19. Oktober 2020

Gemeinden als Basis grenzüberschreitender Zusammenarbeit

von Maximilian Brandhuber
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Insgesamt 53 Gemeindepartnerschaften bestehen zwischen Tiroler, Südtiroler und Trentiner Gemeinden. Ein erklärtes Ziel im Rahmen des Präsidentschaftsprogrammes des Tiroler Euregio-Vorsitzes ist es, die Zusammenarbeit der Gemeinden innerhalb der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino zu stärken sowie neue Partnerschaften zu fördern.

Für Gemeindereferent LR Johannes Tratter bilden die Partnerschaften zwischen einzelnen Gemeinden die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit innerhalb der Europaregion: „Der eingeschlagene Weg des grenzüberschreitenden kulturellen Austausches in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino ist wesentlich, um die enge Zusammenarbeit der drei Länder weiter zu vertiefen. Partnerschaften von Gemeinden, Schulen oder auch Vereinen leisten einen wichtigen Beitrag zur Verständigung, zum Austausch und zur Kooperation innerhalb der drei Landesteile. Dort, wo sich Menschen treffen und austauschen, entstehen Freundschaften, die weit über die institutionelle Zusammenarbeit hinausgehen. Und genau das stärkt unser Ziel, die Europaregion für die Menschen spür- und erlebbar zu machen.“

Traditionsvereine als Wegbereiter

Bereits im Jahr 1950 wurde die erste grenzüberschreitende Partnerschaft innerhalb der Euregio geschlossen: Und zwar jene zwischen Hall in Tirol und Brixen in Südtirol. Die jüngste Gemeindepartnerschaft sind vor Kurzem die Gemeinde Tulfes im Tiroler Mittelgebirge sowie Kurtatsch an der Weinstraße in Südtirol eingegangen. Wegbereiter vieler grenzüberschreitender Zusammenkünfte sind die Traditionsvereine – allen voran Musikkapellen und Schützenkompanien. „Die zahlreichen historisch gewachsenen Traditionsvereine stehen für den starken Zusammenhalt in Tirol und sind sehr aktiv. Das gilt auch für die beiden anderen Landesteile der Europaregion Südtirol und Trentino. In zahlreichen Fällen ist der kulturelle Austausch dieser Vereine über die Grenzen hinweg ausschlaggebend für zukünftige erfolgreiche Partnerschaften mit zahlreichen gemeinsamen Projekten und Veranstaltungen“, so Fritz Tiefenthaler, Euregio-Beauftragter des Landes Tirol. Die Gemeindepartnerschaft von Tulfes und Kurtatsch wurde auch an den jeweiligen Ortseinfahrten verewigt: Anhand einer Partnerschaftstafel mit den beiden Wappen der Gemeinden und der Tafel der Europaregion Tirol- Südtirol-Trentino wird auf die Partnerschaft hingewiesen.
 

Mitsprache in der Euregio: Rat der Gemeinden

Im Zuge des „EuregioLab“ – einer Arbeitsgruppe von WissenschaftlerInnen, Kulturschaffenden und VertreterInnen von Interessensverbänden der drei Landesteile – wurde die bisherige Euregio-Zusammenarbeit analysiert und Empfehlungen für die Weiterentwicklung vorgelegt. Ein wesentlicher Punkt dabei ist auch die zukünftige Einbeziehung von GemeindevertreterInnen und der Bevölkerung. So wird vom Euregio-Vorstand gemeinsam mit den Landtagen eine Kommission eingesetzt, die mit der Ausarbeitung der neuen Statuten betraut ist. Herzstück der Statutenreform wird die Stärkung der demokratischen Strukturen und die Einbeziehung der Bevölkerung sein: Derzeit tagt alle zwei Jahre der Dreierlandtag der jeweils gewählten MandatarInnen. Künftig sollen auch Gemeinden verstärkt im „Rat der Gemeinden“ miteinbezogen werden. Dieser wird den Vorstand beraten. „Die Eckpunkte des Rats der Gemeinden sollen im Februar 2021 für Gespräche mit den Gemeindeverbänden und Interreg-Räten fixiert sein“, informiert LR Tratter.
 

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