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12. Dezember 2019

Ein Haus für die Bildung

LRin Beate Palfrader ist für die Bildungspolitik im Land Tirol verantwortlich.
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LRin Beate Palfrader ist für die Bildungspolitik im Land Tirol verantwortlich.
Mit 1. Jänner 2019 wurden die zwei Behörden Landesschulrat für Tirol und die Bildungsabteilung des Landes in der Bildungsdirektion vereint, die nun im „Haus der Bildung“ angesiedelt ist.

Gemeinsam unter einem Dach vereint – das war das Ziel von LH Günther Platter und Bildungslandesrätin Beate Palfrader für die MitarbeiterInnen der seit Jänner bestehenden Bildungsdirektion für Tirol. Mitte Oktober war es dann endlich so weit: „Ein Meilenstein in der Bildungspolitik“ – so bezeichnete LRin Beate Palfrader die Eröffnung des „Hauses der Bildung“ am 15. Oktober 2019 im Beisein von Bundesministerin Iris Rauskala und Bildungsdirektor Paul Gappmaier sowie zahlreichen MitarbeiterInnen. „Wir haben viel Einsatz und intensive Arbeit geleistet, um in Tirol ein Vorzeigeprojekt zu realisieren und beide Behörden an einem gemeinsamen Standort unterzubringen. Ab jetzt gibt es nur eine Adresse, wenn es um die Bildungsagenden geht.“
Für Bildungsdirektor Gappmaier war der Wechsel in die neue Behörde mit vielen Veränderungen verbunden. „Aber durch das große Engagement aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist dieser sehr gut gelungen. Nun freuen wir uns auf das große Zukunftsprojekt Bildung in Tirol.“

Ansprechpartner für SchülerInnen, Lehrpersonen und Eltern

Rund 150 MitarbeiterInnen finden nun ihren Arbeitsplatz in den beiden oberen Stockwerken des Landhauses 2 in der Heiliggeiststraße in Innsbruck. Weitere 50 sind in den Bezirken tätig.
Tirol zählt im Schuljahr 2019/20 rund 92.830 SchülerInnen, 11.000 Lehrpersonen und 600 SchulleiterInnen. Für sie alle sind die MitarbeiterInnen der Bildungsdirektion als AnsprechpartnerInnen tätig – als Personalstelle für sämtliche PädagogInnen, aber auch als Anlaufstelle für Eltern, Schüler- Innen oder Institutionen mit den verschiedensten Anliegen. „Das bunte Leben in der Schule spiegelt sich in unserer Arbeit wider“, erklärt Paul Gappmaier.

Schulqualitätsmanagement sichert gute Ausbildung für alle Kinder

An primärer Stelle steht das Schulqualitätsmanagement, früher bekannt als „Schulinspektion“. Nun laufen alle Fäden der Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie der Qualitätssicherung in den Schulen im neu geschaffenen Pädagogischen Dienst zusammen. Die SchulqualitätsmanagerInnen haben die Aufgabe, die Schulen in ihrer Entwicklung zu unterstützen und zu begleiten. Früher wurde diese Arbeit nach Schulart getrennt, heute betreuen die MitarbeiterInnen mehrere Schularten. Damit ist es möglich, auf den Bildungsverlauf der Kinder in den Regioneneinzugehen und passgenaue regionale und überregionale Bildungsangebote bereitzustellen.
Der neu geschaffene Fachbereich Integration, Diversität und Sonderpädagogik stellt die professionelle Beratungsstelle für die Schulen und die Eltern zu allen Themen für SchülerInnen mit besonderen Bedürfnissen dar. Dafür stehen insgesamt neun Mitarbeiter- Innen direkt in den Bildungsregionen bereit.
In diesem Sinne setzt die Bildungsdirektion die bildungspolitischen Vorgaben der Tiroler Landesregierung um, ganz nach dem Motto „So viel Inklusion wie möglich, so viel Sonderschule wie nötig.“ Schließlich sollen alle SchülerInnen, ob mit oder ohne sonderpädagogischen Förderbedarf, deutschsprachig oder anderssprachig, männlich oder weiblich in ihrer Individualität wahrgenommen und unterstützt werden.

Lehre und Berufsschule

Einen weiteren großen Bereich nimmt die duale Ausbildung ein. Dafür ist Schulqualitätsmanager und Lehrlingskoordinator Roland Teissl zuständig. In Tirol gibt es 21 Fachberufsschulen mit rund 10.900 SchülerInnen und 3.390 Ausbildungsbetrieben. Gemeinsam mit der Bildungsdirektion organisiert das Land Tirol zahlreiche Veranstaltungen, um auf die Berufschancen, welche die Lehre bietet, aufmerksam zu machen. Beispielhaft dafür sind der „Tag der Lehre“ mit zuletzt rund 8.000 BesucherInnen, die Auszeichnungen „Lehrling des Monats“ bzw. „Lehrling des Jahres“ oder Projekte, die Kindern und Jugendlichen die verschiedenen Lehrberufe näherbringen. „Die Lehre ist ein starkes Fundament, auf das junge Menschen ihre berufliche Zukunft bauen können“, ist Arbeitslandesrätin Palfrader überzeugt.

Bei Problemen unterstützt die Schulpsychologie

Auch die Schulpsychologie steht als Serviceeinrichtung der Bildungsdirektion allen SchülerInnen, Eltern und Lehrpersonen bei Fragen und Problemen im Zusammenhang mit dem Schulalltag kostenlos und vertraulich zur Verfügung. SchulpsychologInnen helfen bei Lern- und Verhaltensproblemen sowie bei emotionalen und sozialen Problemen, bei Fragen zur Schullaufbahn und in Krisen. Die multiprofessionellen Teams der Schulpsychologie unterstützen Schulen bei der Prävention von Gewalt und Intervention zur Verbesserung des Schulklimas.

Kontakt:

Bildungsdirektion für Tirol Heiliggeiststraße 7 6020 Innsbruck Tel: 0512/9012-0 E-Mail: office@bildung-tirol.gv.at www.bildung-tirol.gv.at

Drei Fragen an LRin Palfrader

Sie sind Präsidentin der Bildungsdirektion für Tirol. Worin bestehen Ihre Aufgaben?

Ich habe die oberste politische Verantwortung für alle Bildungsagenden des Landes. Das bedeutet, ich kann steuernd in bildungsrelevante Prozesse eingreifen und fördere zahlreiche Projekte aus Landesmitteln, z.B. die Errichtung eines neuen Schulzweiges wie die HTL Reutte. Die operativen Aufgaben übernimmt dann die Bildungsdirektion, sie ist für die Organisation zuständig.

Welche Schwerpunkte setzen Sie in der Bildungspolitik in Tirol?

Am wichtigsten sind mir – und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bildungsdirektion – die Schülerinnen und Schüler. Wir arbeiten für sie. Deshalb will ich optimale Rahmenbedingungen für die Ausbildung unserer Kinder und Jugendlichen sicherstellen. Unter anderem fördern wir aus diesem Grund jährlich 150 Lehrerdienstposten mit Landesmitteln von rund sechs Millionen Euro: Diese 150 zusätzlichen Lehrpersonen machen es möglich, dass wir beispielsweise die Kleinschulstruktur in Tirol erhalten oder große Klassen teilen können.

Und zum Schluss eine persönliche Frage - was waren Ihre Lieblingsfächer?

Ich habe vor allem den Fremdsprachenunterricht mit Englisch und Französisch geliebt. Danach folgte Deutsch, vor allem, wenn es um Literatur ging.
 

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